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Ein Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller
  • Von der Seele reden

Social Media Verbot für Kinder

Von der Seele reden

02.03.2026

Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.

Jeden Donnerstag um 20:45 Uhr im Radio und bereits vorab hier den ausführlichen Kommentar online hören. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de


Social Media Verbot für Kinder

Der Konsum von Social Media ist mit hohen Risiken verbunden. Hinter den großen Plattformen wie TikTok, Instagram und Snapchat stehen globale Unternehmen, die ihr Geld damit machen, unsere Daten zu nutzen und durch manipulative, polarisierende und suchtfördernde Designs für maximale Aufmerksamkeit zu sorgen.

Besonders Kinder und Jugendliche sind diesen Mechanismen viel zu oft schutzlos ausgesetzt. Mehr als 80 Prozent der Jugendlichen in Deutschland nutzen soziale Medien täglich und im Schnitt 3,5 Stunden lang. Die intensive Nutzung hat negative Folgen für ihre Entwicklung, wie inzwischen zahlreiche Studien zeigen. Dazu gehören Einsamkeit, erhöhter Stress und psychische Erkrankungen wie Angst, Essstörungen und Depression.

Kinder unter 14 Jahren sollen nach Auffassung der SPD gar keinen Zugriff mehr auf Soziale Netzwerke haben. Die Plattformbetreiber müssten den Zugang zuverlässig blockieren und Verstöße sollen mit hohen Strafen geahndet werden. Die CDU unterstützt diese Planungen und nennt 16 Jahre als Grenze. In vielen europäischen Ländern gibt es ähnliche Bestrebungen, Australien nachzueifern, die als erstes Land der Welt dieses Verbot Ende 2025 einführten.

Der australische Bürgerrechtler Sulston kritisiert, dass Kinder und Jugendliche nun schnell diverse Wege, die Altersblockade zu umgehen, finden und dabei schnell auf wesentlich gefährlicheren Plattformen landen. Diese Aussage sagt aber nichts darüber aus, wie viele vor allem Kinder dies versuchen.

Linke, AfD und CSU-Chef Markus Söder zeigen sich ablehnend. Söder mit seiner bekannt sachlichen Art spricht von „Totalem Quatsch“ und wettert damit gegen seine Unionskollegen. Die CDU-Bildungs- und Familienministerin Prien ist für gesetzliche Regelungen, die auch Verbote beinhalten könnten. Die Gegner gesetzlicher Verbote wollen die Plattformen in die Pflicht nehmen, sagen aber nicht konkret wie. Mehr Medienbildung fordern alle, was sie aber schon seit Jahrzehnten tun, ohne dass sich Entscheidendes geändert hätte.

Sicher: Social-Media-Verbote allein werden die Probleme nicht lösen. Aber: Nach Angaben der australischen Regierung wurden seit Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes am 10. Dezember 2025 bereits mehr als 4,7 Millionen Accounts von Kindern und Jugendlichen deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt. „Junge Menschen haben diese Schulferien nicht an ihren Geräten verbracht, sondern sind Fahrrad gefahren, haben Bücher gelesen und Zeit mit Freunden und Familie verbracht“, sagte Regierungschef Albanese. Die australische Kommunikationsministerin Anika Wells erklärte: „Viele haben gesagt, das sei nicht machbar. Aber dies ist eine unglaubliche australische Erfolgsgeschichte, mit der wir der Welt zeigen, was möglich ist, um Kindern ihre Kindheit zurückzugeben.“ Lassen Sie uns das auch versuchen, meine ich.

Ich wünsche Ihnen eine glückliche Woche mit Ihren Kindern, aber bitte bleiben Sie achtsam.