
Jetzt zählt nur noch das Überleben.
08.08.2021
Spätestens seit dem Wochenende wissen wir es: Viele Themen, die uns tagtäglich umtreiben, sind unwichtig. Olympia, Corona, Urlaub, Einschränkungen – kann man drüber reden. Muss man aber heute, am Montag, den 9. August, nicht. Denn die Bedrohung, die vom Virus ausgeht, die Einschränkungen, mit denen wir uns rumschlagen, die Olympiade vor leeren Rängen sind nichts im Vergleich zur Klimakatastrophe, die schlicht die Bewohnbarkeit der Erde auf lange Sicht unmöglich macht. Wir können den Fluten und den Feuersbrünsten nichts mehr entgegensetzen. Alles Krisenmanagement, alles Hilfsaktionen verdampfen oder ertrinken in der Urgewalt, mit der die geschundene Natur jetzt zurückschlägt. Es ist mir schlicht egal, ob es noch Klimakatastrophen-Leugner gibt. Lächerliche Figuren und Wichtigtuer. Politiker, die immer noch meinen, mit Kompromissen und halbherzigen Maßnahmen dieser Bedrohung begegnen zu können, handeln verantwortungslos. Es geht nicht mehr darum, für einen geringen Teil der Menschheit Luxus und Wohlstand zu sichern, während der weitaus größere Teil untergeht und verbrennt. Wenn wir jetzt nicht entschieden handeln mit allen Möglichkeiten, die wir kennen und haben, dann werden wir als reiche Industrienationen genauso wenig überleben wie der Rest. Warnschüsse hat es jetzt wahrlich genug gegeben. Wenn wir jetzt – als gesamte Weltbevölkerung – nicht endlich aufwachen und gemeinsam entschieden handeln, dann wars das. Wenn es nicht ohnehin schon zu spät ist. Es tut mir ja leid – aber hoffnungsvolleres kann man nach den Bildern der letzten Wochen und Tage einfach nicht sagen. Wir tanzen auf der Titanic, während sie schon untergeht.