
Eintrittsgeld für den Wald.
18.06.2021
Es ist heiß. Endlich Sommer. Das kühle Nass lockt – und die Freibäder können nur wenige Nachfragen nach Tickets befriedigen. Zu familienfreundlichen Zeiten sind alle Slots ruckzuck ausgebucht. Das ist für die Corona-geplagten Familien ein echtes Drama. Wer kann, der baut sich ein kleineres oder größeres Planschbecken in den Garten – so vorhanden. Die Poolbauer kommen nicht mehr hinterher – und haben enorme Schwierigkeiten, überhaupt Material zu bekommen. Nackt-Bader in öffentlichen Brunnen bekommen ein Bußgeld aufgedrückt. In die-sem zweiten Corona-Sommer ist Abkühlung nach wie vor Mangelware. Wie also Freizeit ge-stalten, Nahurlaub erleben?
Als im Winter die Gastronomie komplett dicht war, strömten die Menschen in die Naherho-lungsgebiete. Und hinterließen dort kein Geld im Sinne von Stärkung der touristischen Wirt-schaft, sondern Abfall und – dank geschlossener WCs – andere Hinterlassenschaften in Wald und Flur.
Deshalb denkt Schwarzwaldtourismus jetzt laut über Eintrittsgelder nach. Urlauber bezahlen eine Tourismusabgabe. Tagesgäste nicht – und nutzen im Winter dennoch gespurte Loipen und intakte Wanderwege. Werden wir also bald auch noch Eintrittsgelder für Waldgebiete und Rodelhänge bezahlen müssen?
Welche Steine werden den Corona-geplagten Mitbürgern noch in den Weg gelegt, wenn sie mal dringend rausmüssen aus engen, heißen Wohnungen? Wir müssen schleunigst dahin zu-rückkehren, dass wir es allen Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, naturnahe Freizeitmög-lichkeiten in Anspruch nehmen zu können. Eintritt für öffentliche Naherholungsflächen? Eine absurde Idee, die möglichst schnell wieder vom Tisch muss.