
Die Welt retten – ganz schön kompliziert.
14.04.2021
Juli Zeh hat einen aktuellen Roman geschrieben. „Über Menschen“ handelt von Dora, die in der Corona Krise aus Berlin nach Brandenburg geflohen ist, wo sie ein altes Haus gekauft hat. Dora macht sich Gedanken über den richtigen Umgang mit unserem Planeten:
„Es ist absurd, Cola durch eine Makkaroni zu trinken, während Milliardenländer dabei waren, die Industrialisierung nachzuholen. Wie viel Sinn hatte es, das Dieselauto in der Garage zu lassen, während riesige Containerschiffe über die Weltmeere schipperten? Lebte ein Pendler, der mit seinem SUV ins Büro gondelt, wo er gemeinsam mit seinen Kollegen verköstigt, be-heizt und beleuchtet wird, am Ende nicht vielleicht CO2-effizienter als ein Freiberufler in Ber-lin-Kreuzberg, der zwar Fahrrad fuhr, aber in seinem Miniaturhaushalttäglich drei Mahlzeiten zubereitete, von früh bis spät Musik streamte und seine Wohnung für eine Person hell und warm machte? War Baumwolle wirklich besser als Plastik? Wer war klimaneutraler, ein Akti-vist, der quer durch Europa zu Demos fährt, oder eine uneinsichtige Oma, die zwar auf Müll-trennung verzichtet, aber noch nie im Leben ein Flugzeug bestiegen hat?“ Zitat Ende.
Dora trifft mich mit ihren Fragen sehr direkt. Ich will ja auch alles richtig machen und merke, dass vieles von dem, was ich für richtig halte am Ende doch schädlich für den Planeten ist. Das Buch „Über Menschen“ von Juli Zeh gibt jede Menge Stoff zum Nachdenken. Erschienen ist der Roman bei Luchterhand.