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  • Mahler Meint
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Bleibt zu Hause!

12.08.2020

Trotz Netflix und Co: wir sind begeisterte Kinogänger. So richtig in einem kuscheligen Sitz, mit Popcorn und einem Bierchen. Als die Kinos vor Monaten wieder öffneten, waren wir da-bei. Wenn es dunkel ist, fällt es einem ja auch nicht auf, dass die Reihen nur spärlich besetzt sind, des Abstands wegen. Jetzt droht allerdings das großflächige Kinosterben. Eine ganze Reihe der großen Häuser hat vorübergehend geschlossen, weil eine Eröffnung bei wenigen Besuchern sich nicht rechnet. Andere haben schon ganz aufgegeben. Und denen, die noch spielen, fehlen die Blockbuster, die die Masse in die Kinos ziehen sollen.

Bleibt zu Hause! Das war die erste Bürgerpflicht während des Lockdowns. Nicht wenige ha-ben das so verinnerlicht, dass vieles, was sonst außer Haus stattgefunden hat, nun ein Heim-Event wird. Swimming-Pools sind ausverkauft, die Streamingdienste haben traumhafte Zu-wachsraten. Kirchenveranstaltungen findet man auf Youtube, Chöre finden nicht mehr statt. Fußball wird auch auf geraume Zeit ohne nennenswertes Live-Publikum gespielt. Das, was uns als Tugend verordnet wurde, droht jetzt zur Keule zu werden, die soziales Miteinander erschlägt. Lieferando und Shoppen geht online, in den Urlaub zu fliegen wagen viele nicht mehr.

Da fragt man sich dann schon, was nach der Krise übrig bleibt an Gemeinsinn, Kultur und Ge-selligkeit. Die Deutschen waren Vereinsmeier. Wenn wir weiterhin eine lebendige Gesell-schaft bleiben wollen, die sich untereinander austauscht, sollten wir die Fäden jetzt nicht ab-reißen lassen. Und trotz mancher Beschwernisse wie den AHA Regeln eben gerade nicht zu Hause bleiben.