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Beirut darf nicht sterben.

07.08.2020

„Wenn man Beirut anfliegt, sieht man gleichzeitig die schneebedeckten Gipfel des Mount-Le-banon-Gebirges und das blaublitzende Mittelmeer. So ähnlich muss Gott sich das Paradies gedacht haben.“ Das schreibt Franz Josef Wagner vorgestern in der Bild.

Das Paradies liegt in Trümmern. Die gewaltige Detonation hat die Stadt förmlich zerrissen. Fassungslos fragt sich die Welt, wie es möglich ist, dass man so fahrlässig mit potentiellem Sprengstoff umgeht. Und es schließt sich die Frage an, was mit dem Atommüll in der Barents-see geschieht, mit den ungeheuren Waffenarsenalen von Staaten in aller Welt – viele davon sind unkontrollierbar und leichte Beute für Terroristen und Diktatoren. Bislang nur als Droh-kulisse – aber wer weiß? Der Rauchpilz über Beirut sah einem Atompilz zum Verwechseln ähn-lich – ein Fanal, ein Menetekel?

Aber die Pietät gebietet es, jetzt bei Beirut zu bleiben. Die internationale Hilfe ist angelaufen. Es wird gewaltiger Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft bedürfen, dem gebeu-telten Libanon auf die Beine zu helfen. 1,7 Millionen Flüchtlinge, Corona-HotSpot, Korruption, Misswirtschaft – rein wirtschaftlich gesehen existiert diese „Schweiz des Nahen Ostens“, wie der Libanon einmal genannt wurde, nicht mehr. Und so schreibt Franz Josef Wagner weiter:

„Beirut erinnert mich an Pompeji. Eine Stadt, die untergegangen ist. Der Vesuv hat Pompeji in Schutt und Asche gelegt. Beirut darf keine Stadt in Schutt und Asche werden. Beirut ist zu schön, um zu sterben.“