Individuelle Stärken zur Geltung bringen – Tipps für die Berufswahl, © Gerd Altmann from Pixabay
 Gerd Altmann from Pixabay
  • Tipps & Themen

Individuelle Stärken zur Geltung bringen – Tipps für die Berufswahl

19.08.2022

Je mehr sich die Schulzeit ihrem Ende zuneigt, desto näher rückt der Moment, in dem es sich für eine bestimmte Ausbildung oder ein bestimmtes Studienfach zu entscheiden gilt. Viele Schülerinnen und Schüler tun sich mit dieser Entscheidung jedoch schwer. Zum einen wissen sie, dass es sich dabei um eine weitreichende Entscheidung handelt, die in vielen Fällen den größten Teil ihres Lebens maßgeblich prägen wird. Zum anderen aber fühlen sie sich überfordert, weil sie zu wenig über infrage kommende Jobs wissen oder unsicher sind, welcher Job am besten zu ihren eigenen Fähigkeiten und Interessen passt. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema Berufswahl zu befassen, sich über individuelle Stärken und Schwächen klar zu werden und vor allem nicht nur die bekanntesten und im Licht der Öffentlichkeit stehenden Berufsbilder in die Auswahl einzubeziehen.

Auch hinter den Kulissen gibt es interessante Jobs

In dieser Lebensphase ist es besonders sinnvoll, sich gezielt im Verwandten- und Bekanntenkreis der Familie umzuhören und Personen mit unterschiedlichsten Berufen zu ihren Tätigkeiten zu befragen. Eine besonders gute Möglichkeit, einen aussagekräftigen Eindruck von bestimmten Branchen oder Berufsbildern zu bekommen, sind Schülerpraktika und Ferienjobs. Dabei lassen sich gelegentlich interessante Entdeckungen machen, denn auch “hinter den Kulissen” gibt es interessante Berufe, die mitunter wenig bekannt sind oder zumindest öffentlich kaum wahrgenommen werden. So bietet das Gastgewerbe weitaus mehr Berufe als Koch oder Kellner, und wer eine Tätigkeit im Medienbereich sucht, findet dort neben bekannten Jobs wie Journalist oder Nachrichtensprecherin auch weniger bekannte, wie Sprecher für Reportage oder verschiedene Jobs in der Medienvermarktung. In einigen Fällen lassen sich sogar individuelle Vorlieben zum Beruf machen, von denen man dies auf den ersten Blick vielleicht gar nicht glauben würde. Wer zum Beispiel gern angenehme Düfte riecht, kann dies als Parfümeur oder Parfümeurin zu seinem Lebensinhalt machen. Wichtig ist vor allem, mit möglichst realistischen Vorstellungen in die Berufswahl zu gehen, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden. Wer beispielsweise gern im pädagogischen Bereich mit Kindern arbeiten möchte, muss nicht nur Kinder mögen, sondern auch strapazierfähige Nerven mitbringen. Und wer aufgrund seines eigenen Interesses an Kunst einen Job in einem Museum oder einer Galerie anstrebt, sollte wissen, dass dort neben der eigentlichen Beschäftigung mit Kunstwerken auch eine Menge Büroarbeit am Schreibtisch zu erledigen ist.

Kurskorrekturen sind auch später möglich

Neben Praktika empfehlen sich auch Datenbanken mit Jobprofilen, wie sie zum Beispiel die Bundesagentur für Arbeit anbietet. Dort lässt sich nach verschiedenen Berufen recherchieren und herausfinden, welche Anforderungen die jeweilige Tätigkeit stellt und was sie typischerweise beinhaltet. Alternativ oder als Ergänzung dazu lässt sich auch mithilfe von Persönlichkeitstests herausfinden, welche Ausbildungs- oder Studienrichtung besonders gut mit den eigenen Neigungen, Fähigkeiten und Interessen kompatibel ist. Von der Angst, sich womöglich für den falschen Beruf zu entscheiden, sollte sich übrigens niemand negativ beeinflussen lassen. Denn einerseits lässt sich dieses Risiko durch eine sorgfältige Vorbereitung der Berufswahl deutlich reduzieren, und andererseits sind auch später immer noch berufliche Neuorientierungen möglich. Auch innerhalb eines einmal gewählten Berufs gibt es oftmals die Möglichkeit, sich in unterschiedliche Richtungen weiterzuentwickeln. Wer daran interessiert ist, kann dies häufig sogar beim eigenen Arbeitgeber realisieren, denn immerhin gut drei Viertel der Unternehmen in Deutschland bieten ihren Beschäftigten Weiterbildungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Formen an.

Image by Gerd Altmann from Pixabay