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Ein Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller
  • Von der Seele reden

Neues Erbrecht

Von der Seele reden

18.01.2026

Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.

Jeden Donnerstag um 20:45 Uhr im Radio und bereits vorab hier den ausführlichen Kommentar online hören. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de


Ein neues Erbrecht ist längst überfällig

Die SPD will ein neues Erbrecht. 200 bis 400 Milliarden Euro wechseln nach Schätzungen jedes Jahr durch Erbschaften und Schenkungen den Eigentümer.  Das geltende Erbrecht gilt als ungerecht.  Denn wer richtig viel erbt, zahlt häufig gar nichts. Es sei höchste Zeit, das zu ändern, findet SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil.

Es gilt heute: Je mehr man erbt und je entfernter man mit dem Gestorbenen verwandt ist, desto mehr Steuern muss man zahlen. Die Steuersätze liegen derzeit zwischen 7 und 50 Prozent.  Die meisten Erbschaften und Schenkungen liegen allerdings laut Statistischem Bundesamt innerhalb von Freibeträgen. Ehepartner können bis zu 500.000 Euro, die eigenen Kinder bis zu 400.000 Euro steuerfrei erben.

Die SPD will die „Normalbürger/innen“ entlasten. Für jeden Erben soll es einen sogenannten Lebensfreibetrag von rund einer Million Euro geben. So bliebe es dabei, dass das selbstbewohnte Heim der Eltern weiterhin steuerfrei vererbt werden könnte.

Beim Vererben von Betriebsvermögen aber gibt es Ausnahmen und Steuerbefreiungen. Durch eine Regel zur Verschonung können Vermögen ab 26 Millionen Euro arm gerechnet werden - dann wird keine Steuer fällig. Die Begründung dieser Ausnahmen ist, man wolle Betriebe schützen und Arbeitsplätze sichern. Die sind bei solchen Beträgen ohnedies nicht gefährdet. Auch das Argument, reiche Deutschen würden dann auswandern, ist ein Märchen, um Reiche immer reicher werden zu lassen. Wer aus steuerlichen Gründen auswandern kann, hat es längst getan. Aber große Familienvermögen sind in ihrer Region häufig seit mehr als hundert Jahren gewachsen. Die Familienmitglieder genießen ihre Bekanntheit, ihre Beziehungen und ihre Privilegien in ihrer Region. Da die Unternehmen ohnedies nicht einfach so woanders hin verlegt werden können, wollen die Eigentümer natürlich in der Nähe ihrer Unternehmen leben, da sie die Unternehmen nicht selten auch selbst leisten.

Auch die SPD will kleine und mittlere Unternehmen schützen. Es soll einen Freibetrag von fünf Millionen Euro geben. Vermögenswerte über fünf Millionen sollen je nach Wert des Unternehmens besteuert werden. Für Unternehmen mit Arbeitsplätze-Garantie soll die Steuerzahlung auf bis zu 20 Jahre gestreckt werden können.

Vor allem aber würde es so möglich, die schreiende Ungerechtigkeit bei den Vermögensverhältnissen in Deutschland zu ändern: Die zehn Prozent der reichsten Deutschen besitzen mehr als die Hälfte des Nettovermögens. Das zeigt eine neue Studie der Bundesbank, und: Daran hat sich über die Jahre kaum etwas geändert. Es ist unverständlich, dass CDU und CSU daran nichts ändern wollen. Hier muss sich etwas ändern.

Ich wünsche Ihnen eine Woche der Entspannung. Gehen Sie mit sich selbst bitte achtsam um.