Viele Urlauber schützen sich falsch vor Sonne. Warum LSF 50 allein keinen sicheren Schutz garantiert
Düsseldorf – Ein hoher Lichtschutzfaktor schützt nicht automatisch vor Sonnenbrand: Viele Urlauber tragen zu wenig Sonnencreme auf oder cremen zu selten nach. Darauf weist das CRM Centrum für Reisemedizin hin. Entscheidend seien ausreichende Mengen an Sonnencreme, regelmäßiges Nachcremen und die Kombination verschiedener Schutzmaßnahmen. Gleichzeitig warnt das CRM davor, die UV-Strahlung auf Reisen zu unterschätzen – etwa bei Wolken, Wind oder im Wasser. Der Lichtschutzfaktor (LSF) beschreibt, um wie viel sich die natürliche Eigenschutzzeit der Haut theoretisch verlängert. Wer ohne Sonnenschutz nach zehn Minuten einen Sonnenbrand bekommt, könnte mit LSF 30 theoretisch 30-mal länger geschützt sein. Wie schnell die Haut auf Sonne reagiert, hängt dabei auch vom individuellen Hauttyp ab: Menschen mit heller Haut haben meist eine deutlich kürzere Eigenschutzzeit und benötigen daher besonderen UV-Schutz. In der Praxis wird der angegebene LSF zudem oft nicht erreicht: „LSF 50 nützt wenig, wenn Sonnencreme zu sparsam aufgetragen oder nach dem Baden nicht erneuert wird“, erläutert Professor Dr. med. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. Empfohlen werden rund 2 Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut. Das entspricht bei Erwachsenen etwa 30 bis 40 Gramm, d. h. drei bis vier gefüllte Esslöffel pro Anwendung. Sonnenschutzmittel sollten außerdem etwa 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden, damit sich der Schutz vollständig entfalten kann. Auch zu beachten ist: „Nachcremen verlängert die Schutzzeit nicht unbegrenzt, sondern erhält sie lediglich nach Baden, Schwitzen oder Abrieb aufrecht“, so der Experte.