
Verharmlosende Sprache.
24.08.2021
Es ist schlicht verharmlosend und zynisch, vom Klima-Wandel zu sprechen. Das ist seit diesem Sommer eigentlich all denen klar, die ihren Verstand nicht an der Garderobe abgegeben haben. Wessen Haus weggespült, Kind verhungert oder Heimatstadt abgebrannt ist, wird das kaum als Wandel erlebt haben, sondern als Trauma, als Katastrophe.
Die Politikerinnen und Politiker haben ja auch nicht von virusbedingten Veränderungen gesprochen, sondern von der Coronakrise. Und entsprechend entschlossen haben sie dann auch gehandelt. Und die Klimakatastrophe ist mit Sicherheit viel tiefer greifend als die Coronakrise.
Sprache schafft Realität. Wenn ein Femizid nur als Familiendrama, eine strafbare Missbrauchsdarstellung nur als Kinderponografie bezeichnet wird, werden die Probleme sprachlich verharmlost.
Im Bundestagswahlkampf darf deshalb nicht vom Klima-Wandel gesprochen werden, sondern von der Erderhitzung, die jegliches Leben verunmöglichen wird. Wenn wir nicht radikal handeln. Nicht 2035, 2045 oder 2050. Nein. Jetzt. Sofort. Nur wer das im Programm stehen hat, ist im Sinne der Katastrophenabwehr wählbar. Alles andere ist kollektiver Suizid.