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  • Mahler Meint
  • Kommentar

Trotz-dem Öko.

14.01.2026

Ich habe 2026 ein Trotzdem-Jahr ausgerufen. Trotz allem – Festhalten an dem, was dem Leben dient. Ich versuche schon seit langem, ökologisch vernünftig zu leben. Erste Zweifel bekam ich in den 1980iger Jahren, als ich mit einem Golf mit Katalysator am Kraftwerk Buschhaus in Helmstedt vorbeifuhr. Wenige Tage später las ich in der Zeitung, dass die Schwefelfilter in diesem Kraftwerk ausgebaut worden waren, um die Effektivität bei der Stromgewinnung zu erhöhen. Was nützt da mein kleiner Beitrag?

Thema Mülltrennung: Immer wieder Berichte, dass der getrennte Müll wieder zusammengeführt wird und auch tonnenweise im Ausland – vorzugsweise in armen afrikanischen Ländern – verklappt wird – unter übelsten Bedingungen. Wieso sollte ich bei dem Scheißspiel noch mitmachen?

Im Moment wird die Dekarbonisierung vermeintlich höheren Zielen geopfert. Kriegswirtschaft und Verbrennermotoren. Und die anderen machen es ja auch nicht – allen voran China und die USA.

Woher nehme ich also meine Trotz-Kraft? Will ich mein Gewissen beruhigen? Als wäre ich als Verbraucher in der westlichen Welt nicht schon ein Umwelt-Sünder per se.

Ich hoffe darauf, dass der naive Kinderspruch aus der Friedensbewegung der 1980iger Jahre wieder Menschen ansteckt, doch mitzumachen. "Viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Erde verändern." Ich bin naiv, ich weiß. Ich bin blauäugig, ich weiß. Die Hoffnung stirbt aber zuletzt. Wenn sie tot ist, bin ich es auch. Deshalb Trotz-Kraft.