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  • Mahler Meint
  • Kommentar

Trotz-dem Gutmensch.

15.01.2026

Ich habe 2026 ein Trotzdem-Jahr ausgerufen. Trotz allem – Festhalten an dem, was dem Leben dient. Ich kann es nicht leugnen – ich bin ein Gut-Mensch. Auch wenn das inzwischen zum Schimpfwort verkommen ist. Man wird belächelt und für naiv gehalten. Ich bin schon oft auf den Bauch gefallen. Jüngst zum zweiten Mal mit einem Geflüchteten, dem ich günstig Wohnraum zur Verfügung gestellt habe, um dann erfahren zu müssen, dass es sich zwei Mal um die Söhne wohlhabender Familien gehandelt hat und ihre Fluchtgeschichten zum großen Teil frei erfunden waren.

Welche Konsequenz ziehe ich daraus? Meine Haltung verändern? Ein „harter Hund“ werden, der allen misstraut und negativ an alles herangeht? Ich würde meine Persönlichkeit, mein Layout verraten. Ich würde das opfern, wofür ich von vielen Menschen geliebt werde: Ich gelte als großzügig und empathisch. Als ich meine Tochter einmal darauf hingewiesen habe, dass sie drei Jungs allein großzuziehen hat und deshalb doch nicht ihr Hab und Gut verschenken kann, hat sie empört reagiert. Papa, das habe ich doch von dir gelernt. Wenn jemand in Not ist, gibt man ohne zu fragen, was für mich übrigbleibt. Das Leben wird schon für mich sorgen. Zumal dann, wenn es mir etwas zurückzugeben hat.

Wir als Ehepaar haben versucht, es etwas anders zu lösen: vor fast 40 Jahren haben wir eine Stiftung für soziale Gerechtigkeit gegründet. Fast 2 Millionen Euro sind in knapp 400 Projekte geflossen, die Menschen bessere Lebensmöglichkeiten bieten. Sie können gerne mal nachschauen: eudim.de, e- u – d - i – m Punkt de. Trotzig machen wir weiter. Weil wir wissen, dass das ein gesegneter Weg ist.