
Tödliche Ekstase.
30.12.2025
Bei einer Massenpanik beim weltweit größten Pilgerfest Kumbh Mela in Indien sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Panik war offenbar ausgebrochen, als Gläubige versuchten, über Absperrungen zu klettern.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Polizeikreise berichtet, werden immer noch Tote in die Leichenhalle des Krankenhauses in Prayagraj im Norden Indiens gebracht, wo das Fest stattfindet. Der Verwaltungschef des Staates Uttar Pradesh, Yogi Adityanath, sagte, die Situation sei unter Kontrolle.
Laut Adityanath brach die Panik aus, als einige Gläubige versuchten, über Absperrungen zu klettern, die in der Nacht aufgestellt worden seien, um die Menge zu leiten. Augenzeugen schilderten gegenüber Reuters, dass es ein großes Gedränge gegeben habe, bei dem Menschen übereinander gefallen seien.
Andere Teilnehmer erklärten, gesperrte Wege zum Wasser hätten die dicht gedrängte Menschenmenge zum Stehen gebracht und dazu geführt, dass einige erstickten und zusammenbrachen. "Plötzlich wurde in der Menge geschoben, und wir saßen in einer Falle", sagte eine Besucherin dem indischen Nachrichtensender PTI. Laut einem Krankenhausmitarbeiter starben einige Pilger auch an Herzinfarkten.
Ähnliches wird Jahr für Jahr vom Hadsch, der großen Pilgerfahrt der Muslime nach Mekka berichtet.
Ich bin selbst ein spiritueller Mensch und bedaure hin- und wieder, dass unsere religiösen Zeremonien im Christentum so wenig Rauschhaftes haben. Ekstase ist ja etwas Positives. Andererseits bin ich dankbar, dass eine nordisch-kühle Nüchternheit solche Szenen wie in Prayagraj und in Mekka verhindert.