
O wie schön ist Panama.
16.03.2026
„Ist das Leben nicht unheimlich schön?“, fragt der Tiger eines Tages den Bären. Der antwortet schlicht und differenziert: Ja, das Leben sei „unheimlich und schön.“ Manchmal liegt die Wahrheit in einem Wort.
Janosch alias Horst Eckert ist am 11. März 95 Jahre alt geworden. Ein Leben ohne Janosch – beziehungsweise ohne seine 150 Bücher – Auflage 12 Millionen – ist kaum vorstellbar. Mich haben Tiger, Bär und Ente auch durch meine Kindheit begleitet – und begleiten mich bis heute. Sehnsuchtsorte. „O wie schön ist Panama.“ Was ist das für ein Mensch, der heute zurückgezogen auf Teneriffa lebt?
Horst Eckert wurde 1930 im polnischen Zabrze geboren. Er wuchs mit einem ewig betrunkenen und gewalttätigen Vater und einer ebenfalls zur Gewalt neigenden Mutter auf. Janosch, wie er sich später nannte, litt unter dem strengen Katholizismus seiner polnischen Heimat und dem Gefühl, permanent schuldig zu sein. Die Familie flüchtete nach Oldenburg. Später landete Ja-nosch am Ammersee und trank sich den Misserfolg schön. Nach einer abgebrochenen Schlos-serlehre heuerte er in der Münchner Akademie an. Diese muss er wegen mangelndem Talent als angehender Autor verlassen. Horst Eckert versuchte sich als Künstler, seine Vorbilder waren Klee und Miro. Als es mit der Kunst nichts wurde, schrieb er Kinderbücher. Der Erfolg blieb auch mit diesem Projekt aus. Aus Racheakt erfand der den kuscheligen Bären. Der hat Freunde – und mit denen zieht er mit leichtem Gepäck durch die Welt. „O wie schön ist Panama“ ist geboren. Und diese Geschichte bringt ihm den internationalen Durchbruch. Von einem, der auszieht, das Glück zu finden und es schließlich zu Hause findet. Es ist Janoschs Geschichte – allein das Happy End fehlt. Eines Tages verbrannte Janosch alles, was er hatte und verließ Deutschland mit nichts als einer Tasche. So wenig wie nötig zu besitzen, war immer sein Lebensprinzip.