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Lifestyle-Freizeit.

27.01.2026

Der Wirtschaftsflügel der CDU geht in die Offensive. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion MIT will den bisherigen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit drastisch einschränken. Nach Informationen des Magazins Stern soll auf dem CDU-Bundesparteitag Ende Februar 2026 ein entsprechender Antrag zur Abstimmung kommen.

Der Antrag trägt nach Informationen des Stern den Titel "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit". Die MIT verlangt darin, dass Arbeitnehmer künftig eine "besondere Begründung" vorlegen müssen, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren wollen. Ohne triftigen Grund soll freiwillige Teilzeit nicht mehr möglich sein.

Bislang haben Beschäftigte in Deutschland weitreichende Rechte: Wer länger als sechs Monate in einem Unternehmen arbeitet und dieses mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt, kann Teilzeit beantragen. Betriebliche Gründe können dem Wunsch zwar entgegenstehen, doch die Hürden für den Rechtsanspruch auf Teilzeit sind niedrig.

Die MIT-Vorsitzende Gitta Connemann begründet den Vorstoß im Magazin Stern mit dem Fach-kräftemangel. "Wer mehr arbeiten kann, sollte mehr arbeiten." Freiwillige Teilzeit aus Gründen der persönlichen Lebensgestaltung dürfe nicht dauerhaft durch den Sozialstaat abgesichert werden. Die Debatte um Arbeitszeit und Leistungsbereitschaft hat in den vergangenen Wochen an Schärfe zugenommen. Bundeskanzler Friedrich Merz kritisierte wiederholt die angeblich fehlende Leistungsbereitschaft der Deutschen. Er bemängelte zu häufige Krankmeldungen und die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung.