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Glücksmomente.

27.05.2021

Beim Blick aus dem Fenster ist der Tag schon gelaufen. Wieder mal beginnt er kalt, windig und regnerisch. Ende Mai! Ich ziehe mit die Decke noch einmal über den Kopf. Mal ganz ehrlich: ein Tag, der so anfängt, kann doch nichts werden ...

Beim Morgenkaffee die Tageszeitung. Der erste Blick gilt natürlich der Inzidenz. Sie ist ja in-zwischen das Barometer für Glück oder Unglück, für Lockdown oder Öffnung, für Gefängnis oder Freiheit. So langsam wird es ja. Urlaub, Restaurants, Freibäder ... und doch will sich kein positives Gefühl bei mir einstellen. Zu schwer lastet die dunkle Regenwolkendecke und die Pandemie-Decke auf mir.

Gestern im Gespräch mit der Therapeutin. Ich war wieder einmal in die alte Litanei verfallen und habe ihr aufgezählt, was alles schlimm ist im persönlichen Erleben und auch in der Welt. Als ich beim Seilbahnunglück in Stresa angekommen war, sagte sie laut „Stopp“. Und fragte mich, was mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern könnte.

Ich habe wieder einmal begriffen, dass ich es lernen kann, ja lernen muss, mich aus der nega-tiven Spirale herauszuarbeiten. Indem ich anders wahrnehme. Der Mai holt dann durch den Regen den trockenen April auf. Ich liebe Spaziergänge im Regen durch den herrlich grünen Laubwald. Ich esse meine Bratwurst dann eben auf einem Baumstamm sitzend und nicht im Biergarten.

Vor dem Einschlafen ist es gut, sich an zwei, drei Momente zu erinnern, die mir an diesem Tag ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Und dann mit dieser Dankbarkeit im Herzen einzu-schlafen. Am nächsten Morgen werde ich garantiert anders aufwachen.