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Fortgehen und nach Hause kommen.

20.05.2021

In Zukunft wird sich das Home-Office auf breiter Front durchsetzen, sagen die einen. Gott bewahre, sagen die anderen. In einer Welt, in der Geschäftskontakte auf den Bildschirm be-schränkt bleiben, möchte ich nicht leben.

Ja, wir können uns heute fast alles nach Hause holen. Die Schule, das Büro, die Kultur, die Events, das Restaurant. Und gerade daran gehen gerade viele kaputt. Der Mensch ist ein Be-ziehungswesen und er ist auf Begegnung, auf Gemeinschaft, angewiesen. Selbst eine enge Zweiwebeziehung lebt von der Balance zwischen Nähe und Distanz. Zu viel Nähe bedeutet den Erstickungstod, zu viel Distanz das Entfremdungs-Aus. Das gilt auch für Familien.

„Ich will hier raus“ sagt meine Frau in jüngster Zeit vermehrt, obwohl wir eine wunderschö-nes Zuhause haben, in dem es uns an nichts fehlt. „Ich will in den Urlaub“ sagen sehr viele in diesen Wochen.

Jesus Christus bemüht einmal ein schönes Bild von einem Schafstall. „Ich bin die Tür zu den Schafen“, sagt er. Wer durch die Tür in den Stall hineingeht, findet dort Geborgenheit und Wärme. Und wer hinausgeht ins Leben, der findet dort Weide. Für den Leib und für die Seele.

Wir sehnen uns nach dieser Dynamik. Rausgehen, erleben, Menschen treffen, feiern. Und dann nach Hause kommen, Geborgenheit und Wärme erleben und ausruhen. Bis es wieder Zeit wird, aufzubrechen. Wie sehr sehnen wir uns nach dieser Zeit. So gesehen gebe ich dem Homeoffice nur sehr begrenzt eine Chance. Es lebe das Großraumbüro, die Kneipe und die Urlaubsreise.