
Ferien.
13.08.2021
Sommer 2021. Eingeklemmt zwischen Corona-Pandemie und Wetterkapriolen, die uns, sollten wir uns ins Freie wagen, gleich wieder nach drinnen flüchten lassen, wo wir weite Teile des letzten Sommers verbracht haben. Sommer 2021 - dominiert von Wahlkampf und Klimakrise – das ist schon eine seltsame Mischung aus Freiheit und Einschränkung, aus halbvollen Stadien und Lockerungen für die Freizeitgestaltung der Einen und gefühlten Sanktionen für die Anderen, die den Pieks verweigern. Sommer 2021 – und das haben wir fast vergessen – feiern wir ein Jubiläum. Denn die Ferien, die im Sommer eigentlich ihre größte Ausdehnung und Tiefe erreichen, in Wärme und Trägheit, im Unterwegs und Draußen, in Lockerheit und Feierfreude: Sie wurden vor genau 500 Jahren geboren. Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation 1521 durch das festgesetzte Recht auf geschäftsfreie Tage, Feiertage, „feriae“. Und im Lauf der Jahrhunderte, vor allem des vergangenen, hat sich daraus etwas entwickelt, was wie viele auch die hiesige Gesellschaft im Inneren ihrer Lebensgestaltung wie im Äußerlichen ihrer Städteentwicklung tief geprägt hat: Freizeit. Aber Freizeit – freie Zeit – die wirft in diesem Sommer ein Problem auf: Wir soll man sie gestalten, die freie Zeit? Reisemöglichkeiten: einerseits eingeschränkt und andererseits riskant. Und die Bahn streikt auch gerade zum denkbar ungünstigsten Moment. Im heimischen Garten, so man hat: und täglich grüßt das Murmeltier. Wir fahren morgen für eine Woche zum Campen an den Bodensee. Und versuchen, das Beste aus diesem seltsamen Sommer zu machen und 500 Jahre „Feriae“ zu feiern.