
Die Hoffnung stirbt zuletzt!
14.08.2020
Wo man auch hinhört: Trostlosigkeit und depressive Grundstimmung. Ja, die Hoffnung ist ein rares Gut geworden. Resignation und Hoffnungslosigkeit breiten sich leider auch pandemisch aus in unserer Gesellschaft.
Dieser Tage erreichte mich der Rundbrief einer guten Bekannten. Prof. Dr. Andrea Strübind, lehrt an der Universität in Oldenburg Kirchengeschichte. Folgende Zeilen ha-ben mich sehr angesprochen:
„Auf die Hoffnung auf Gott aus Gründen der vorauseilenden Enttäuschungsvermei-dung zu verzichten, bedeutet, Trostlosigkeit zu verbreiten.“ Das formuliert Günter Thomas, Theologe in Bochum. Ich übersetze einmal in allgemeinverständliches Deutsch: „Wer Hoffnung verbreitet, der kann auch Enttäuschung produzieren. Deshalb sollte man besser gar nicht erst von Hoffnung sprechen.“ Fulbert Steffensky, ebenfalls Theologe, hat da allerdings etwas dagegen. Er schreibt:
„Die Hoffnung kann lesen. Sie vermutet in den kleinen Vorzeichen das ganze Gelin-gen. Sie stellt nicht nur fest, was ist. Sie ist eine wundervolle untreue Buchhalterin, die die Bilanzen fälscht und einen guten Ausgang des Lebens behauptet, wo dieser noch nicht abzusehen ist. Sie ist vielleicht die stärkste der Tugenden, weil in ihr die Liebe wohnt, die nichts aufgibt, und der Glaube, der den Tag schon in der Morgenröte sieht.“
In der Hoffnung, dass Sie diese Zeilen ebenso berühren und inspirieren wie mich wünsche Ich Ihnen ein gutes Wochenende. Nächste Woche verbringe ich überwie-gend auf dem Fahrradsattel. Christian Orschmann begleitet sie dann in gewohnter Weise. Bleiben Sie aufrecht und hoffnungsvoll. Ihr Günter Mahler.