Zusammen einsperren

Mahler meint am 23.06.2015
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Das Konklave macht es vor: Man sperrt einen Haufen alter Männer in einen Raum. Und die dürfen nicht eher wieder raus, bis sie sich geeinigt haben.
Sieben Menschen dürfen einen Verein gründen. Folglich auch eine WG. Vorschlag: Merkel, Tsipras, Varoufakis, La Garde, Hollande, Juncker, Schäuble. Aber nicht in Rom, sondern in Athen. Weißer Rauch: Einigung im Schuldenstreit. Schwarzer Rauch: Weiter machen. Bei Wasser und Brot.
Undenkbar? Der WDR hat’s vorgemacht: Sieben Politiker sind in Duisburg in eine WG gezogen. Unter dem Motto „machen statt quatschen“ leben derzeit Manuel Dröhne Stadtrat in Oberhausen, Jusos, Klaus Franz, CDU-Bürgermeisterkandidat für Bochum, Lisa-Marie Friede, Sprecherin Grüne Jugend NRW, Luisa-Maximiliane Pischel (Junge Liberale, Kreisvorsitzende Ruhrgebiet) Paula Marie Purps (CDU), Ulrich Scholten (SPD-Bürgermeisterkandidat für Mülheim/Ruhr) und Kathrin Vogler (Die Linke, MdB) in Marxloh in einer Wohnung mitten im sozialen Brennpunkt zusammen. Ein öffentlich-rechtliches Großstadt-Dschungel-Camp sozusagen. Sie wollen Lösungen finden für die Misere der Menschen, die dort leben. Perspektivlosigkeit, fehlender Krankenversicherungsschutz, Alkohol, Gewalt. Der WDR begleitet sie mit der Kamera. Am 24. August soll die Doku ausgestrahlt werden. Im Kalender anstreichen. Nur eines ist mir nicht klar: Wann steigt weißer Rauch auf? Wenn der erste Langzeitarbeitslose einen Job zum Mindestlohn hat? Klar ist heute schon: nach einer Woche werden die sieben Politiker die WG wieder verlassen. Mit oder ohne Ergebnis. Das unterscheidet sie vom Konklave. Aber eine Papstwahl ist ja auch vergleichsweise einfach, wenn man an die Griechenlandkriese und die Probleme im sozialen Brennpunkt denkt.
 
 

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