Zeitenwende?

Zeitenwende. Wie oft wird dieses Wort strapaziert in diesen Tagen. Sagen können es nur Spät-geborene und Geschichtsvergessene. Wie viele Zeitenwenden gab es schon? Die Zeiten-wende, als sich die Menschen anschickten, ihre Stammesgebiete zu verlassen und die Welt zu erobern. Die Zeitenwende, als eine Religion, die christliche, sich anschickte, die ganze Welt mit ihrer Ideologie zu überrennen. Die Zeitenwende der Reformation, der Aufklärung, der Ko-lonialisierung, der großen Kriege. Der Siegeszug des Kommunismus. Und letzten Sonntag dachte ich: 9-11 – auch schon 21 Jahre her – war auch eine Zeitenwende. Clash of Cultures, Bekämpfung des Islamismus, Golfkrieg, Syrien, Jemen und und und.

Sicher, jetzt ballt sich einiges zusammen. Energiekrise, Russlands Überfall auf die Ukraine, die seit der Gegenwehr von den Russen jetzt auch als Krieg deklariert wird, den aber die anderen erklärt haben, Klimakrise, Rohstoffmangel und riesige Probleme in den globalen Lieferketten. Aber wer heute von einer niemals dagewesenen Zeitenwende spricht, den würde ich gerne in eine Zeitmaschine packen und ihn ins finsterste Mittelalter beamen. Oder in den Hungerwin-ter 1945/46.

Zeitenwende? Ja, eine von vielen. Die immerwährende Apokalypse. Bisher hat es die Mensch-heit geschafft, mit vielen Opfern den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Ob sie es diesmal schaf-fen wird, werden wir sehen. Morgen stelle ich ihnen den neuen Report des Club of Rome vor. Dort wird beschrieben, wie es geht.

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