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Wunder gibt es immer wieder. Mahler meint am 30.04.2018

Wir haben das 89 auch nicht geglaubt. Und sprachen von einem Wunder, als die Mauer fiel. Die Serie Weißensee hat uns das in den letzten Tagen noch einmal plastisch vor Augen geführt.
Stehen wir jetzt wieder an der Schwelle zu einem Wunder? Bisher war die koreanische Teilung die letzte Bastion der Auseinandersetzung zwischen Ost und West, die Ihre Ursprünge im 2. Weltkrieg hatte – in Europa und in Fernost.
Die Voraussetzungen für ein Wunder waren 89 allerdings besser: der Glasnost-Perestroika-Präsident Gorbatschow auf der einen und ein verhandlungsbereiter Helmut Kohl auf der anderen Seite. Kim Jong Un zeigte sich bisher als unnachgiebiger Taktierer. Und Trump ohnehin als unzuverlässiger Elefant im Porzellanladen. Warum sollte Kim jetzt aufrichtig die atomare Abrüstung und den Friedenschluss mit dem Brüdervolk Südkorea wollen? Der blufft doch nur. Und: Wer einmal lügt ….
Vielleicht liegt gerade darin die Chance, dass Trump über Nacht ein neues Spielzeug für seine in seinem Charakter verankerte verbale Kahlschlagpolitik findet und Kim in der Tat begreift, dass sein Land durch die Boykotte dem Untergang geweiht ist. Flucht nach vorne. Das könnte in der Tat der Stoff sein, aus dem Wunder gewirkt werden. Ich denke auch heute noch dankbar an das Wunder der Revolution der Kerzen. Ein Wort des Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer hilft mir, meinen Glauben an das Gute nicht zu verlieren:
Nicht das Beliebige, sondern das Rechte tun und wagen, nicht im Möglichen schweben, das Wirkliche tapfer ergreifen, nicht in der Flucht der Gedanken, allein in der Tat ist die Freiheit. Kim Yong Un hat Friedensverhandlungen mit Südkorea angekündigt.
 
 
 
 

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