Wohnungsmarkt in Berlin: Wo es noch bezahlbaren Wohnraum gibt

Der Wohnungsmarkt in der Hauptstadt ist seit Jahren angespannt: Es gibt immer mehr Zuzügler aus dem In- und Ausland, aber kaum genug neuen Wohnraum. Vor allem mangelt es an günstigen Wohnungen in den innerstädtischen Bezirken – eine Situation, die zu einer zunehmenden Verlagerung auf die Außenbezirke führt. Wo es noch bezahlbaren Wohnraum gibt und wie sich der Wohnungsmarkt in Berlin verändert, verrät unser Überblick.

Berlin wächst, der Wohnungsbau hinkt hinterher

Grund für den angespannten Wohnungsmarkt in der Hauptstadt ist der rasante Bevölkerungszuwachs bei gleichzeitig hinterherhinkendem Wohnungsneubau: Die Stadt gilt als hip, modern und zukunftsgewandt. Zahlreiche Start-ups und Firmensitze ziehen Menschen aus der ganzen Bundesrepublik und aus dem Ausland in die Stadt, doch auch viele Flüchtlinge suchten zuletzt Schutz in Berlin. So sollen Prognosen zufolge bereits im Jahr 2025 mehr als 3.800.000 Menschen in der Metropole an der Spree leben, womit sich Berlin weiter der Vier-Millionen-Marke annähert. So viele Menschen brauchen Wohnungen, die allerdings nicht im notwendigen Maße neugebaut werden. So wurden in Berlin laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im vergangenen Jahr nur 40 Prozent der benötigten Wohnungen gebaut. Zudem sind viele Neubauwohnungen für Geringverdiener nicht bezahlbar.

Diese zwei Befunde erschweren die ohnehin langwierige Wohnungssuche in der Hauptstadt zusätzlich. Wer online nach Wohnungen in Berlin sucht, findet hingegen viele in den Randbezirken, die immer häufiger auch zur neuen Heimat vieler Berliner aus den Bezirken innerhalb des S-Bahn-Rings werden.

Binnenabwanderung aus der Innenstadt in die Randbezirke

Teurere Wohnungen und ein hoher Zuwanderungsdruck von Menschen aus ganz Deutschland und der Welt in begehrten Wohngegenden wie Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte oder Prenzlauer Berg sorgen für viele Binnenumzüge, also Wohnungswechsel von Berlinern innerhalb des Stadtgebiets. Auch der Wedding ist inzwischen stark von diesem Trend betroffen. Dabei ziehen immer mehr Bürger aus den innerstädtischen Bezirken in die noch verhältnismäßig günstigen Randbezirke Spandau oder Reinickendorf, ins nördlichere Pankow, nach Lichtenberg oder Marzahn. Grafiken der Berliner Morgenpost zeigen, dass einzelne Teilgebiete in diesen Bezirken im Zeitraum von 2011 bis 2015 bei der Binnenwanderung gar ein Wachstum von 1.000 und mehr Einwohnern verzeichnen. Das trifft beispielsweise auf Teile von Reinickendorf, Pankow oder Lichtenberg zu. Ganz anders in den angesagten Szenekiezen von Kreuzberg und Friedrichshain: Aus ihnen sind so viele weggezogen, um sich in einem anderen, günstigeren Berliner Bezirk niederzulassen, dass sich selbst unter Einberechnung der Zuzüge noch ein Verlust von über 1.000 Einwohnern ergibt.

Mietpreise klettern weiter

Wirft man einen Blick auf den aktuellen Mietspiegel, offenbart sich schnell der Grund für den Trend hin zu den Randbezirken: So liegt der durchschnittliche Preis für Wohnungen mit mehr als 90 Quadratmetern in Plattenbauten im Ostteil Berlins bei lediglich 4,70 Euro pro Quadratmeter. Das ist verglichen mit dem jährlichen Mittelwert der gesamten Stadt noch wenig: Dieser stieg zuletzt um 4,6 Prozent auf 6,39 Euro an. So werden diese Wohnlagen besonders für Familien interessant, die in vielen anderen Gebieten, etwa in Kreuzberg, im Schnitt bereits 10,70 Euro pro Quadratmeter bezahlen müssen. Laut der Berliner Woche verlangen manche Vermieter auf Onlineportalen für neuangemietete Wohnungen in Friedrichshain-Kreuzberg sogar zwischen 13,35 und 18 Euro pro Quadratmeter. Eine Entspannung in diesen begehrten Wohnlagen ist trotz Mietpreisbremse vorerst nicht in Sicht.

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