Wohnen gegen die Einsamkeit.

Spätestens mit Mitte 60 sollte man wissen, wie man im Alter wohnen will. Das sagt die Wohnsoziologin Prof. Christine Hannemann. Für sie selbst ist klar: sie will in einem Genossen-schaftsprojekt alt werden. Abschreckend der Gedanke, in einem zu großen Haus mit Treppen in Alterseinsamkeit oder auch Alterszweisamkeit dahinvegetieren. Der Trend geht fürs Alter hin zu neuen Wohnformen. Sind die Kinder aus dem Haus, sind neue Formen gemeinschaftli-chen Lebens angesagt.

Corona beschert uns noch einen anderen Trend: Laut Ifo-Institut möchte Jede und jeder Achte möglichst bald aus den großen Städten mit über 500.000 Einwohner wegziehen. Hohe Mieten, wenig Platz, wenig Grün und die Isolierungen des Lock-Down könnte uns in Kürze eine neue Bewegung hinaus aufs Land bescheren. Interessanterweise sind auch die Städte dabei, die in der Vergangenheit im Trend lagen: Frankfurt, Berlin und Stuttgart. Rund 15% wollen dort weg.

Alterseinsamkeit und Corona haben also für eine neue Nachdenklichkeit gesorgt. Und sicher ist auch, dass der alte Traum Vater, Mutter und zwei Kinder im Eigenheim immer seltener realisierbar ist. Aus Kosten- und aus Trennungsgründen.

Wir denken schon länger darüber nach, wie wir im Alter leben wollen. Jetzt haben wir mit einem befreundeten Ehepaar Nägel mit Köpfen gemacht. Wir verkaufen unsere großen, fami-lientauglichen Häuser und ziehen zusammen in ein Wohnprojekt. Gemeinsam alt werden – barrierefrei und mit Sozialkontakten wiegt den Luxus des großen Hauses mit großem Garten allemal auf.

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