Woher nehme ich meine Zuversicht?

Wenn ich mich an meinen Mahler-meint Kommentar setze, suche ich jeden Tag krampfhaft nach irgendeiner positiven Meldung, die Ihnen und mir in diesen Corona-Zeiten ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Eine Hoffnung gibt. Ein trotziges „Dennoch“ – dennoch leben wir. Den-noch gibt es Glück und Liebe. Zusammenhalt und Freundschaft.

Ich stöbere im Netz nach guten Nachrichten. Und merke, dass sie mich im tiefsten Inneren nicht erreichen. Was ist denn dort, in meinem tiefsten Inneren? Dort habe ich ja auch all das gespeichert, was mir meinen Lebensmut zurückgeben kann. Zum Beispiel, dass es nach jeder Niederlage weiter gegangen ist. Dass ich Menschen um mich habe, zu denen mich eine tiefe Liebe verbindet. Dass ich noch nie im Leben ganz alleine war.

Immer dann, wenn ich auf die neuesten Corona-Zahlen schaue, versuche ich dieses innere Reservoir anzuzapfen. Und entwickle dabei einen Trotz. Ein Trotzdem. Auch Corona wird vor-bei gehen. Und: selbst in Corona Zeiten kann man dem Leben viele schöne und angenehme Dinge abgewinnen.

Meine Generation hat keinen Krieg erleben müssen. Und auch noch keine globale Katastro-phe, die uns in tiefe Existenzängste gestürzt hat. Vielleicht haben wir deshalb so wenig Wider-standskraft gegen diese Pandemie, die die Welt im Griff hat. Wir müssen es jetzt mühsam lernen, wir verwöhnten Wohlstandskinder, dass das Leben nicht immer nur Spaß macht und nicht aus einer Dauerparty besteht. Packen wir es an. Schöpfen wir aus unseren Erinnerungen Lebensmut. Und – so wir das können – aus unserem Glauben an eine höhere Macht, die uns Kraft zum Leben und zum Leiden geben kann. Ich wünsche es Ihnen und mir.

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