Woche der Wahrheit

Mahler meint am 22.06.2015
[display_podcast]  
 
Die Woche der Wahrheit ist angebrochen. Griechenland kommt Europa entgegen – und Europa Griechenland – oder Griechenland fliegt raus. Aktuell streiken in Deutschland nicht nur Postler und Erzieherinnen, es droht neues Ungemach von der Lufthansa. Und auch der Streik der Eisenbahner ist ja keineswegs beendet. Europa hat noch keine Quotenregelung zur Aufnahme von Flüchtlingen gefunden. Die Frage des fairen globalen Handels ist weit davon entfernt, Lasten und Profite angemessen zu verteilen. Emissions-
Quoten – das selbe Spiel.
Alle Themen haben eines gemeinsam: es geht um Gerechtigkeit – im Land selbst und auch in der internationalen Zusammenarbeit. OK, könnte man jetzt sagen: absolute Gerechtigkeit gibt es nicht. Oder eben nur auf dem Papier. Und klar ist auch: jede Regelung, jede Einigung ist ein Kompromiss. Und deshalb funktioniert das Zusammenleben in unserem Land und auf diesem Planeten ja auch so, dass jeder versucht, den größtmöglichen Vorteil für sich herauszuschlagen.
Ich bekomme regelmäßig Anrufe von Finanzberatern. Die wollen wissen, ob ich gerne Steuern zahle. Mein Antwort lautet: JA. Aber sicher zahlen sie zu viel. Meine Antwort lautet: NEIN. Gespräch zu Ende. Nun will ich mich nicht als Gutmenschen unter lauter gierigen Schurken darstellen. Ich habe Gott sei Dank genug zum Leben und für meine Hobbys. Aber mir ist auch bewusst, dass ich damit ein Privilegierter bin. Und in dem Wort Privileg wird vornehm verschleiert, dass Vorrechte fast ausnahmslos Unrechte sind. Also, auch in der Woche der Wahrheit hart daran arbeiten, dass wir einem gerechteren Ausgleich wenigstens ein wenig näher kommen.
 
 

Woche der Wahrheit
Woche der Wahrheit bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
1,00 von 5 Punkten, basierend auf 1 abgegebenen Stimmen.
Loading...