Wo ist mein Rückspiegelüberzieher?

Wir gehen in den fünften Tag der EM – und erstmals habe ich nicht alle Spiele gesehen. Jetzt schon. Ich schwächle – oder andere Dinge sind mir offensichtlich doch wichtiger als Fußball. Ich muss zum Arzt gehen und meine Männlichkeit untersuchen lassen. Auch mein Interesse für Autos lässt stark nach. Aber zurück zur EM: Ich bin grottenschlecht vorbereitet. Kühlschrank leer bzw. kein Weißbier im Haus, das Deutschlandtrikot hat nur drei  Sterne, die Fahnen fürs Auto gammeln irgendwo in der Garage rum. Das heißt – Rolle rückwärts – die Fahnen existieren nicht mehr. Die haben bei der WM 2014 die Flatter gemacht. Auf dem Berliner Ring bei Tempo 150 irgendwo im Mühlenbecker Land. Traue mich das zu sagen, weil der Fall verjährt sein dürfte.

 

 

Ich werde mich wohl mit den schwarz-rot-goldenen Überziehern für die Außenspiegel begnügen müssen. Die müssten irgendwo im Kofferraum unter den Kühltaschen von Aldi liegen. Nur: In welchem Kofferraum? Wohlstand kann zum Problem werden …

 

 

Viel schlimmer: Die Superstars beginnen mich zu langweilen. Gestern schoss der alte Schwede Zlatan Ibrahimovic einen Iren an, der unfreiwillig ein Eigentor produzierte, das dem Favoriten wenigstens ein langweiliges Unentschieden bescherte. Christiano Ronaldos C7-Übersteiger sind inzwischen auch Kaperltheater, wir werden sie heute Abend gegen Island ertragen müssen.

 

Einziger Lichtblick bisher: Boatengs Rettungstat, die im Netz landete und dem Bundesjogi einen coolen Spruch abnötigte: „So einen Nachbarn wie Boateng wünscht man sich in der Abwehr“ und Basti-Schwenis Superlauf und Supertor in der 90igsten gegen die Ukraine. Allein dafür hat sie die EM 2016 schon gelohnt.

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