Wettbewerbsverzerrung.

OK, ich hab mir letzten Samstag natürlich das Spiel Hertha BSC gegen den VfB Stuttgart ange-schaut. Sky Go überträgt ja derzeit alles für kleines Geld auf die mobilen Endgeräte. 0:2 ist es ausgegangen, der Aufsteiger aus Schwaben hat dem Hauptstadtclub die Punkte geklaut. Und so sehr ich mich über gute Fußballspiele freue: ich habe derzeit ein mulmiges Gefühl. Deutsch-land steht am Rand des zweiten Lockdowns, in manchen Vereinen sind Spieler infiziert, die Zuschauerzahlen werden von lokalen Behörden festgelegt oder gar nicht erst zugelassen.

Wie soll unter solchen Umständen ein fairer Wettbewerb möglich sein? Wenn es die Pande-mie-Lage erfordert dass in manchen Städten überhaupt keine Zuschauer zugelassen werden, dann ist es eigentlich eine Wettbewerbsverzerrung, wenn in anderen Spielorten eine be-stimmte Anzahl von Fans ins Stadion dürfen. Die augenblickliche Lage in Deutschland, Europa und der Welt lässt eigentlich genau besehen nur noch Geisterspiele zu. Schon die Frage, wie viele Mitarbeitende der TV-Teams und der Berichterstatter in die Stadien dürfen, wird heiß diskutiert.

Ja, wir müssen alle Opfer bringen, um die Lage in den Griff zu bekommen. Und bevor wieder Schulen und Kitas schließen müssen fände ich es angebracht, auf Massenveranstaltungen, bei denen Hygienekonzepte und Abstandsregeln nur schwer zu kontrollieren sind, bis auf Weite-res zu verzichten. Wenn viele Bereiche in der Wirtschaft und im öffentlichen Leben nur noch via Videokonferenz funktionieren, warum sollte das beim Fußball anders sein? Deshalb: Geis-terspiele für alle. Um des Großen Ganzen willen. Auch hier zeigt sich wieder, dass der Flicken-teppich von Regelungen über die ganze Republik hinweg nicht zielführend ist. Einheitliche, nachvollziehbare Einschränkungen – das ist es, was wir jetzt brauchen.

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