Werte die uns verbinden 4.: Du sollst dem Nächsten Lebensraum lassen

Mahler meint am 22.01.2015

[display_podcast] Im Propheten Micha wird die Grundordnung der zukünftigen Welt eindrucksvoll beschrieben. „Ein jeder sitzt unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, ohne Angst und ohne, dass ihn jemand bedroht. Sie werden die Schwerter in Pflugscharen um schmieden und die Lanzen zu Winzermessern.“ Dem anderen Lebensraum zubilligen, meine Freiheit dort begrenzen, wo sie anderen die Freiheit nimmt – das ist die goldene Regel. Jede der drei großen monotheistischen Religionen kennt diese Regel. Und auch aufklärerische Ethiker wie Albert Schweizer oder Rosa Luxemburg kennen diese goldene Regel. Bei Albert Schweizer heißt sie: „Ich will leben inmitten von Leben das leben will“. Rosa Luxemburg sagt: „Freiheit ist die Freiheit des anders denkenden“. Jesus Christus hat wie Immanuel Kant mit seinem kategorischen Imperativ auf den Punkt gebracht: „Behandle den Anderen so, wie Du gerne behandelt werden möchtest“. Das reicht eigentlich als Parameter aus. In diesen Tagen der Bedrohung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung sollten wir gemeinsam auf die Werte sehen, die uns verbinden. Alle drei großen monotheistischen Weltreligionen und auch moderne demokratische Staaten kennen die Pflicht, die Gleichheit aller Menschen zu respektieren und danach zu handeln. Das ist eine Klammer, die unsere Gesellschaft zusammenhält. Und alle, die dem Islam, dem Judentum, dem Christentum oder einfach nur dem Grundgesetz verpflichtet sind, vertreten diese Werte. Wer sie nicht vertritt, hat sich selbst ins Abseits gestellt. Er gehört weder einer Religion noch der demokratischen Gesellschaft an. In diesen Tagen ist der interkulturelle und interreligiöse Dialog dringender denn je.
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