Werbung oder Information?

In der Frage der Kernkraft stehe er links von der SPD, in der Abtreibungsdiskussion rechts von der CDU. So ähnlich formulierte der streitbare Essener Pfarrer Fritz Schwarz schon 1985 seine Positionen in Fragen, die er parteipolitisch für nicht verhandelbar hielt. Sein Buch „unter allen Stühlen“, ebenfalls 1985 erschienen, ist bis heute lesenswert. Und ich gebe Ihm recht: es gibt Themen, die sind nicht für Parteipolitik geeignet. Allein das eigene Gewissen entscheidet bei Überlebensthemen.

Kardinal Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, kritisiert die von der Ampelkoalition angestrebte Aufhebung des Werbeverbots für Abtreibung. Der Paragraf 219a unter-sagt es Ärztinnen und Ärzten, Informationen über Schwangerschaftsabbrüche öffentlich zur Verfügung zu stellen. Dies soll laut Ampel bald wieder erlaubt sein und darüber hinaus soll eine Schwangerschaftskonfliktberatung auch online möglich sein.

Abgesehen davon, ob eine Information mit Werbung gleichzusetzen ist, meine ich schon, dass eine Konfliktberatung im persönlichen Gespräch sinnvoll ist, einfach weil die menschlich-psychische Komponente so besser transportiert werden kann. Und auch die Wahrheit nicht verschwiegen wird, dass eine Abtreibung auch immer ein Leben beendet. Wie die Mutter und bestenfalls auch der Vater dann damit umgehen, muss in der Tat ihrem eigenen Gewissen vorbehalten bleiben.

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