Wer nicht fragt bleibt dumm.

Mahler meint am 18.11.2015
 
Die Medienlandschaft verändert sich rasant. Viele Jugendliche konsumieren nur noch kaum recherchierte Nachrichten aus den sozialen Netzwerken. Den klassischen Journalismus mag niemand mehr bezahlen. Das ist in diesen Zeiten besonders tragisch, weil Millionen Meldungen durchs Netz geistern, die Echtheit vortäuschen und den Jugendlichen suggerieren, im objektiven Sinn wahr zu sein.
Uns fehlt die gesellschaftliche Integration in der Meinungsbildung. Gejammert haben wir Journalisten jetzt genug. Die Frage ist, was wir dagegen tun können. Und da setze ich mal ganz unten an. Mein 12jähriger Enkel liest die Kinderausgabe einer renommierten Tageszeitung. Allerdings mit abnehmendem Interesse. Weil der Anschluss fehlt. Für die Kinderzeitung zu groß, für die Erwachsenenausgabe zu klein. Wo bleibt der Zwischenschritt, die Jugendausgabe?
Medienpädagogik. Ein großes Wort – denn es bedeutet vor allem Vorbild. Immer weniger Heranwachsende erleben ihre Eltern und Erzieher zeitunglesend. Oder seriösen Journalismus konsumierend – am Radio, im Fernsehen, im Netz – wo auch immer.
Wenn wir uns wünschen, dass eine Generation heranwächst, die den Herausforderungen eines demokratischen freiheitlichen Rechtsstaates gewachsen ist, dann müssen wir hier dringend nachlegen. Und auf allen Ebenen – und vor allem im Netz – in seriösen Journalismus investieren. Und Medienkunde als Schulfach einführen.
 
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