Wer mit Tränen sät…

Acht Menschen aus unserer Kirchengemeinde mussten wir im letzten Jahr beerdigen. Dazu kamen weitere 9 aus unserem engen Freundes- und Verwandtschaftskreis. Gestern, am Ewigkeitssonntag, der auch Totensonntag heißt, haben wir an sie gedacht. Und haben damit das alte Kirchenjahr beschlossen. Nächsten Sonntag ist 1. Advent. Dann feiern wir die Vorbereitung auf das Neue, das kommen wird – an Weihnachten feiern wir die Geburt des Kindes.

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein“. Aus dem Tod er-wächst neues Leben. Aus dem Samenkorn, das der Baum abwirft, aus dem Weizenkorn, das aus der geschnittenen Ähre herausgenommen und gesät wird, wächst neues Leben – Farbe und Frucht und sogar ein ganzer neuer Baum wächst über den Winter in der Erde heran und erscheint im Frühjahr. Aus der Dunkelheit der Erde strebt das neue Leben zum Licht. Bricht durch und wächst heran.

Wir haben die Körper unserer Verstorbenen in die Erde gebettet im Wissen, dass auch sie gesät worden sind, um zum neuen Leben heranzuwachsen. „Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, dann werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Da wird man sagen unter den Völkern: Der HERR hat Großes an ihnen getan! Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. HERR, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und tragen guten Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“ Die Frucht, die aus dem Sterben unserer geliebten Menschen heranwachsen wird, werden wir sehen. Wir sehen uns wieder, haben wir an den Gräbern gesagt. Dann wird unser Mund voll Lachen sein. Lachen, das aus dem Tod, der Trauer und dem Abschied entsteht.

Wer mit Tränen sät…
Wer mit Tränen sät… bewerten:
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
4,96 von 5 Punkten, basierend auf 28 abgegebenen Stimmen.
Loading...