Wer einem dieser Kleinen

Ihr Leben lang haben sie für den Diakoniekonzern gearbeitet – für ein Taschengeld. Jetzt sind die 22 verbliebenen Diakonissen des ehemaligen Diakoniewerks Bethel Berlin zwischen 80 und 100 Jahre alt. Ihrer Rechte weitgehend beraubt, ihr beträchtliches Vermögen gestohlen, ihre Oberin nicht mehr da. Es gibt weder einen Gemeinschaftsraum für tägliche Andachten noch einen eigenen Speisesaal, wie sie ihn über viele Jahrzehnte im Mutterhaus in der Clayallee hatten. Sie werden minimal versorgt – ihre Beträchtlichen Rückstellungen für die Altersver-sorgung und Pflege hat sich die Konzernleitung des neuerdings als „Gesundheitswerk Bethel Berlin“ firmierenden Diakoniekonzern sich unter den Nagel gerissen. Rechtlos und mittellos warten die alten Frauen darauf, dass sie endlich in ihre himmlische Heimat gehen dürfen, wo nach ihrem Verständnis Jesus, dem sie ihr Leben verschrieben haben, eine Wohnung für sie bereitet hält.

Das Gesundheitswerk Bethel Berlin ist vermögend. Alleiniger Herrscher ist der Geschäftsfüh-rer und seine Kollegin, die die Gemeinschaft der Diakonissen weitgehend entmachtet haben.

Ich bin erschüttert über den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Aber hier findet im Rahmen eines evangelischen Werkes Machtmissbrauch an Schutzbefohlen statt, der zum Himmel schreit. Wer mehr wissen will, kann gerne auf die Rechercheplattform CORRECTIV gehen. Unter dem Stichwort Bethel Diakonissen findet man alle relevanten Informationen.

Jesus packte der Heilige Zorn angesichts solchen Verhaltens gegenüber wehrlosen Schutzbe-fohlenen. Er sagt einmal: „Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft werde im Meer, da es am tiefsten ist.“ Das mit dem Mühlstein sollten wir noch einmal überdenken. Aber dass die Schuldigen bestraft werden müssen, das steht für mich außer Frage.

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