Wenn Männer schwanger werden…

schwangerIn den meisten Beziehungen nehmen inzwischen auch die Männer aktiv an der Schwangerschaft der Partnerin teil und bereiten sich umfangreich auf ihre Vaterrolle, aber auch auf die bevorstehende Geburt vor. Neben dem Wälzen aller möglichen Ratgeber gehen sie mit ihrer Partnerin auch zu den Vorsorgeuntersuchungen und nehmen sogar an den Geburtsvorbereitungskursen teil. Zurecht wird dann verkündet „WIR sind schwanger!“.
Doch bei einigen werdenden Vätern geht die Teilnahme an der Schwangerschaft dann sogar soweit, dass sie plötzlich auch ähnliche Symptome wie die schwangere Partnerin zeigen und unter typischen Schwangerschaftsbeschwerden  leiden. Bei diesem Phänomen, das etwa 25 % der werdenden Väter erfährt, spricht man dann vom sogenannten Couvade-Syndrom (couver: franz.: brüten). Betroffene Männer erleben von der morgendlichen Übelkeit (teilweise sogar mit Erbrechen) und einem aufgeblähten Gefühl im Unterleib, über Schlappheit und Kopfschmerz, bis hin zu Stimmungsschwankungen, Heißhungerattacken und einer Gewichtszunahme oft alles am eigenen Körper mit.

 

Doch wie kann das sein?

Über die genauen Ursachen für dieses Phänomen sind sich die Wissenschaftler noch uneins:
So geht ein Großteil davon aus, dass es sich bei diesem Syndrom um eine Form des Mitleidens handelt und deshalb besonders einfühlsame Männer die Beschwerden ihrer Partnerin teilen. Dieses Verhalten soll durch die Pheromone, die die schwangere Frau verströmt, ausgelöst werden und so auch beim werdenden Vater eine Veränderung des Hormonhaushalts hervorrufen.
Eine weitere mögliche Theorie, die von Psychoanalytikern vertreten wird, ist hingegen, dass den Männern der Prozess einer Schwangerschaft derart suspekt ist, dass sie ihn nur dann begreifen können, wenn sie sich auch vollständig in die Lage ihrer Partnerin hineinversetzen und demnach auch die gleichen Beschwerden fühlen.
Eine Gruppe Sozialpsychologen sieht die Ursache des Couvade-Syndroms wiederum in der sich für die Frau neu und klar definierenden Rolle, die sich aus einer Schwangerschaft ergibt. Die werdenden Väter könnten sich dadurch verunsichert und vernachlässigt fühlen. Die sich zeigenden Beschwerden könnten demnach auch eine Art Ruf nach Aufmerksamkeit sein.

 

Nach der Geburt…

Zwar verschwinden nach der Geburt des Nachwuchses die typischen Schwangerschaftsbeschwerden auch beim Mann wieder automatisch, doch was bleibt ist der Bauch. Ob es deshalb bald auch Rückbildungskurse extra für Männer geben wird, ist jedoch fraglich.

 

Foto: (c)dw-lifestylefotografie/pixabay.com

 

 

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