Wenn die Wirklichkeit die Fiktion einholt

Mahler meint am 19.11.2015
 
Passender als heute war ein Filmstart nie. Die Tribute von Panem Mockingjay Teil 2 kommt heute in die Kinos. Gespickt mit aktuellen Themen: Bürgerkrieg der Armen gegen die Reichen, Tyrannenmord, Leben in einer Diktatur nach dem Untergang der USA. Über die Verpackung dieser Themen in Heldentum und Liebesgeschichten mag man streiten, aber die Wirklichkeit ist der Fiktion bedrückend nahe gekommen. Jugendliche, die diesen Stoff konsumieren, Kinder, die Bilder malen, in denen sie verarbeiten, was sie von den Anschlägen von Paris mitbekommen haben – begleitet von Ballerspielen auf dem Computerbildschirm – ein heilloses seelisches Durcheinander wird die Folge sein. Mit den Flüchtlingen kommen junge Leute ins Land, die nichts anderes kennengelernt haben als Bürgerkrieg und Terror – im nahen Osten, in Afghanistan, in Afrika. Und sie treffen hier auf eine Generation, die nie etwas anderes erlebt hat als Frieden, mal kurz gestört durch vereinzelte terroristische Attacken. Und hier beginnt das Problem: Fiktion und Wirklichkeit, Heimat und Globalität fangen auf einmal an zu verschmelzen. Verbunden mit der bangen Frage: Kommt der Terror auf meinem Weihnachtsmarkt, in meinem Fußballstadion, in meiner Schule an? Man denke nur an Erfurt und Winnenden. Oder kann ich das alles virtuell draußen halten, auf dem Smartphone, im Fernsehen, auf der Play-Station?
Hier sind nicht nur Psychologen und Pädagogen, hier sind wir alle gefragt. Und machen wir uns nichts vor: Antworten sind schwierig. Auf die Kinder und Jugendliche eingehen, ja. Aber zuerst einmal lernen, sich der eigenen Angst zu stellen und mit ihr umzugehen.
 
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