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Weltkrieg im Regionalformat. Mahler meint am 22.2.2018

Die Weltgemeinschaft müsste eigentlich zum Konkursrichter gehen und den Bank-rott erklären. Auf ganzer Linie versagt. Das Thema: Humanität. Das Ziel: Entwicklung zu mehr Menschlichkeit. Das Ergebnis: Ein Weltkrieg im Regionalformat im nahen Osten. Strategische Geopolitik auf dem Rücken der Zivilbevölkerung anstelle von Friedensbemühungen. Hilflosigkeit und Fassbomben, Drohungen von Frankreichs Macron, mit Militärschlägen reinzugehen – die wievielte Armee wäre das überhaupt? Wir können es nicht mehr zählen. Gleichzeitig: Frankreich macht die Grenzen dicht für die, die das Glück haben, dem Morden zu entkommen. Der Rest Europas denkt darüber nach oder handelt schon entsprechend. Deutschland als Leuchtturm inmitten von nationalen Egoismen? Schön wärs. Abgesehen davon, dass immer weniger Flüchtlinge zu uns durchkommen sorgen wir durch unsere Rüstungsexporte in Krisengebiete dafür, dass das Morden nicht aufhört. Unserer Wirtschaft geht es so gut wie noch nie, und darauf sind wir auch noch stolz.
Bleiben den Gutmenschen unter uns die NGOs – die nichtstaatlichen Hilfsorganisationen. Aber auch da wendet man sich mit Grausen. Oft kommen sie nicht dahin, wo die Not ist, weil die Militärs jeder Couleur das verhindern. Und wenn sie dort sind – um Himmels willen. Der Oxfam Skandal zieht Kreise – jetzt sind auch die Ärzte ohne Grenzen im Visier. Sexuelle Übergriffe an den Hilf- und Wehrlosen, Korruption in großem Stil – Mein Gott, was denn noch alles.
Was bleibt ist Fatalismus und die erschreckende Erkenntnis, dass der Mensch offensichtlich nicht in der Lage ist, gut zu sein. Bis auf ein paar Idealisten vielleicht. In der Hoffnung, dass bei ihnen der Showdown ausbleibt und das wahre Gesicht nicht durch eine Maske verborgen war. Miserere Nobis. Herr erbarme Dich. Erreiche unsere Herzen und mach uns zu neuen Menschen.
 
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