Was tragen wir nach der Krise?

Erst hat mich der Aufmacher unserer Tageszeitung wenig angesprochen. Corona und die Mode: Was tragen wir nach der Krise? Als ob wir nicht andere Sorgen hätten … Aber dann habe ich nachgedacht: auch ich laufe seit gefühlt einem Jahr am liebstem im Schlabberlook herum, Jogginghosen, weite Shirts, zu große Sweatshirt-Jacken. Fast so, als würde ich mich in einen bequemen Kokon einspinnen, meinen Körper im Lockdown vor der Außenwelt abschirmen. Wohin will ich nach der Krise reisen? Was werde ich unternehmen, wenn Unternehmun-gen wieder möglich sind?

Ich merke, dass Zukunftspläne durch die Dauer und die Aussichtslosigkeit auf ein Ende der Pandemie ausgebremst worden sind. Ich wage es kaum noch, an die Zeit „danach“ zu denken. Weil ich nicht weiß, ob es eine Zeit danach wirklich geben wird und ob sie Ähnlichkeit mit der Zeit davor haben wird.

Pessimismus, Depression nennt man die fehlende Zukunftsperspektive wohl auch. Und wenn ich mich umhöre, haben diese düsteren Aussichten weite Teile der Bevölkerung erfasst und in ihren dunklen Bann gezogen. Aber der Mensch lebt davon, Pläne zu schmieden. Positiv in die Zukunft zu denken. Und dazu gehört sicher auch der Gedanke: worauf freue ich mich? Und woran kann ich mich auch jetzt freuen? Eine Freundin schreibt jeden Abend ein Dankestage-buch. Und hält darin die Momente und Gedanken fest, für die sie an diesem Tag dankbar ist. Darin keimt auch Hoffnung auf. Meine Freundin und ich haben eines gemeinsam: den Glauben an Gott und damit den Glauben an eine Zukunft. In der Bibel klingt das so: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Zuversicht und Hoffnung für diesen Tag wünsche ich Ihnen. Und für Morgen.

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