Was erlaube Djorkovic.

Es gab schon manche Tennis-Familien, die sich gottgleich aufgeführt haben. Man denke an die Familie Graf oder auch an Familie Becker. An den Williams-Clan in den USA. Aber was Familie Djorkovic gerade abzieht, sucht seinesgleichen. Ausgangslage: Novak Djorkovich, Nummer 1 der Tenniswelt, ist mit seinem Privatjet in Australien eingetroffen. Und möchte dort bei den Australien Open wieder mal zeigen, dass er der Größte ist. Das Problem: Derzeit sitzt der Serbe in einem Quarantäe-Hotel in Melbourne und wartet auf die Entscheidung des Gerichts, ob seine Einreise nun stattfinden kann oder nicht. Heute soll darüber befunden werden. Djorkvic ist nicht geimpft. Und hat auch vor, es dabei zu belassen. Derweil rollt die Propagandamaschine in Form von Vater Srdjan durch die Schlagzeilen der Weltpresse. Sein Sohn befinde sich in australischer Gefangenschaft, tönt der Serbe mit Allmachtsphantasien. Und der Clan lässt wahrlich nichts aus: Ein Auserwählter sei er, der Serbien seinen Stolz zurückgebracht habe. Deshalb werde Djorkovic Junior auch weiterkämpfen, „so wie wir Serben zusammen mit dem ganzen Balkan.“ Und wenn es sein muss, auch gegen den Rest der Welt. Das neue Symbol der freien Welt, das sich zu nichts zwingen lässt, wird schließlich auf eine Stufe mit Gott bzw. dem Gottessohn gestellt. O-Ton Vater Djorkovic: „Jesus wurde gekreuzigt, ihm wurde alles angetan und er ertrug es und lebt immer noch unter uns. Jetzt versuchen sie Novak auf die gleiche Weise zu kreuzigen und ihm alles anzutun.“ Der Rest der Welt schüttelt nur noch den Kopf. „Herr Djorkovic wird nicht in Australien gefangen gehalten,“ sagt Australiens Innenministerin Karen Andrews. „Er kann jederzeit gehen und der Grenzschutz wäre behilflich dabei.“ Guten Flug, Herr Djorkovic.

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