Warnung vor immer mehr gefälschten Arzneimitteln

pillsDer illegale Medikamentenhandel ist in den vergangenen Jahren in Deutschland rapide gestiegen. Im vergangenen Jahr hat das Zollkriminalamt über zwei Millionen gefälschte Tabletten, Ampullen und weitere Arzneien sichergestellt, 20 Prozent mehr als im Jahr 2012. Während in Europa noch an strengeren Sicherheitsvorkehrungen gearbeitet wird, sollten Verbraucher vermehrt achtgeben, wo und welche Arzneien sie kaufen.

 

Wie gelangen die gefälschten Arzneien nach Deutschland?

 

Der jüngste Fall betrifft die Region Baden-Württemberg. Es handelt sich dabei um mehrere Krebs- und Rheumamedikamente, bei denen die teuren Wirkstoffe Herceptin, Remicade, Alimta, Humatrope, Avastin und Mab Thera stark verdünnt oder gänzlich durch handelsübliche Antibiotika ersetzt wurden. Wie viele Wirkstoffe genau betroffen sind, können weder Pharmafirmen noch Behörden einschätzen. Weniger unbekannt hingegen ist der Weg der gefälschten Arzneien nach Deutschland: Sie gelangen durch Reimporte zu deutschen Händlern. Die Händler umgehen das Vertriebsnetz des Arzneimittelherstellers und kaufen die zugelassenen Medikamente zu günstigeren Marktpreisen im Ausland ein, um sie in Deutschland teuer weiterzuverkaufen. Es handelt sich um ein Milliardengeschäft. Dieses wird vom deutschen Gesetz sogar gefördert, da die Reimport-Quote Apothekern vorschreibt, fünf Prozent ihres Umsatzes aus Reimporten zu erwirtschaften. Auf der einen Seite profitieren davon zwar die Krankenkassen, den größten Gewinn machen jedoch die Reimporteure.

 

Von der Landesapothekenkammer hagelt es Kritik: Die Vorschrift verursache erheblichen bürokratischen Aufwand und könne gestrichen werden. Für den Patienten stelle sie ebenso einen Nachteil dar, da die ausländischen Medikamente notdürftige Begleitzettel in deutscher Sprache aufgeklebt bekommen, die Vertrauen schmälern und gefälschten Arzneimitteln den Weg ebnen. Seitens des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV) wird die Regelung verteidigt: Medikamente aus dem Ausland seien nicht für Fälschungen verantwortlich, denn ein Großteil, der in Deutschland vertriebenen Medikamente stamme aus dem Ausland. Man könne keinen Vertriebskanal verantwortlich machen.

 

Das Vertriebsnetz, über welches die gefälschten Arzneien nach Deutschland gelangen, läuft undurchsichtig über mehrere Stationen. Mittlerweile gehen die Behörden davon aus, dass die Medikamente aus italienischen Krankenhäusern gestohlen werden. Hinter den Vorfällen soll die Mafia stecken. Das Diebesgut wird an italienische Händler im Ausland verkauft und gelangt so nach Zypern, Ungarn und Slowenien. Über Parallelimporte gelangen die Medikamente schließlich nach Deutschland. Verbraucher kommen jedoch auch über weitere Wege an gefälschte Arzneien – zum Teil auch selbst verschuldet. Mit dem Wunsch Geld zu sparen greifen immer mehr Menschen auf Versandapotheken aus dem Ausland zurück. Dabei stoßen sie häufig auf dubiose Seiten, die zunächst mit niedrigeren Preisen locken, sich jedoch als echte Preisfalle entpuppen können. Häufig werden die Sendungen vom Zoll beschlagnahmt und erfordern ein Bußgeld. Die Fälschungen enthalten keine oder andere Wirkstoffe und können somit gesundheitsgefährdend sein.

 

Diesen Problemen lässt sich mit inländischen Apotheken vermeiden. Wer seine Medikamente gerne im Netz bestellen möchte, sollte auf Versandapotheken mit Sitz in Deutschland zurückgreifen. Wer auch hier sichergehen möchte, kann auf verschiedene Sicherheitszertifikate achtgeben. Die Online-Apotheke Medipolis weist diese Zertifikate beispielsweise auf und ist somit für den Verbraucher sicher.

 

Geplante Maßnahmen gegen Arzneimittelfälschungen

 

Bis 2017 soll europaweit ein sicheres Packungssystem eingeführt werden. Die Initiative trägt den Namen “SecurPharm” und beinhaltet, dass für die Packungen individuelle Nummern und Sicherheitsverschlüsse eingeführt werden, die den Vertriebsweg nachvollziehbar machen sollen. Bis dahin heißt es, Augen auf beim Arzneikauf!

 

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