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Von Wisenten und Borkenkäfern. Mahler meint am 20.9.2017

Wir haben es mit einem Artensterben allergrößten Ausmaßes zu tun. Vor allem Insekten sind bedroht, unter anderem Bienen, Schmetterlinge und Spinnen.

 

In Polen lebt einen große Population von Borkenkäfern. Die tun sich am polnischen Bialowitzka-Nationalwald gütlich, der angeblich aus diesem Grund massiv abgeholzt wird. Deutsche Umweltschützer vermuten eher, dass Holz für die Schwedische Möbelindustrie geschlagen wird und der Borkenkäfer ein willkommenes Alibi darstellt.

 

In Polens Wäldern leben aber auch Wisente. Die leben in Freiheit und tun gewöhnlich niemandem was. Der Wisent gilt als eine Art Nationaltier Polens. Sein Konterfei schmückt Bier- und Wodkaflaschen.

 

Es gab in Ostbrandenburg einen illegalen Wisent-Grenzübertritt. Der Illegale Einwanderer wurde vom Ordnungsamt in Lebus liquidiert. „Man habe gerade kein Betäubungsgewehr zur Hand gehabt“, verteidigt sich der Amtsleiter. „Und man hätte nicht gewusst, ob von dem Tier Gefahr für Leib und Leben der deutschen Bevölkerung ausgegangen sei. Als ob der Wisent Deutsche anders behandeln würde als Polen. Aber sicher ist sicher. Sicher ist auch, dass die Stimmung, die die Regierungspartei PiS gegen Deutschland macht durch den Abschuss des Wisent nicht besser geworden ist. „Das ist so, als ob Polen den Eisbären Knut erschießen würde“ empört sich eine polnische Radiohörerin. Und: „Den Borkenkäfer schützen, eine geschützten Wisent aber abschießen“ – wo ist da die Logik? Von den Plänen, den Wisent auf einem Brandenburger Grillfest zu verspeisen sollte man schleunigst Abstand nehmen. Eine Entschuldigung und eine feierliche Überführung nach vorausgegangenem Staatsakt wäre sicher angemessener, um die kochende polnische Volksseele zu beruhigen.

 

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