Von Gurken und Grenzen

Europa ist am Ende. Keine Einigung über Flüchtlingsquoten, keine Einigung über die Zukunft des Euro. Solidarität im Kampf gegen den IS – kaum erkennbar. Schengen wird auf kaltem Weg abgeschafft, die Errungenschaft Europas – die offenen Grenzen – gehören der Vergangenheit an. Europa hat auch Wichtigeres zu tun.

In Brüssel herrscht nach wie vor die Regulierungswut. In den vergangenen Jahren mussten die Gurken dran glauben, der Krümmungsgrad ist entscheidend für die Marktfähigkeit des Sauer-Gemüses aus dem Spreewald. Auch die Olivenölkännchenverschlüsse waren bereits im Visier – eigentlich gibt es nichts auf dem europäischen Markt, das unbemerkt unter der Regulierungslatte durchgeschlüpft wäre.

Ich sage nur Glühbirne. Fast wäre es einem anderen Leuchtmittel – der schlichten Stumpenkerze – gelungen, den Revolutionswächtern aus Brüssel – Brüssel, war da nicht was Anderes in den letzten Tagen? Sorry, ich schweife ab. Also kurz zusammengefasst: Jetzt ist – passend zur Jahreszeit – die Kerze dran. Sensibel ausgesucht, meine Herren Beamten. In Dokument D Klammer auf 2015 Klammer zu 025025 Slash 08 heißt es: „Bei nicht freistehenden Kerzen muss der Hersteller den Verbraucher darauf hinweisen, dass die Verwendung eines geeigneten Halters erforderlich ist, sofern diese Information für die sichere Verwendung der Kerze benötigt wird.“ Und weiter: „Die Flamme darf maximal eine bestimmte Höhe erreichen.“

Ach so. Alles klar? Ich schlage vor, wir pusten die Kerze erst mal aus. Und die europäische Idee gleich mit. Nach dem Motto: der Letzte macht das Licht aus.

Gute Nacht, Europa.

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