Von der Seele reden


Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.
 
Montag, Mittwoch und Freitag, um 10:45 Uhr und 20:45 Uhr. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de


Gründe der Sucht
 
Nach repräsentativen Studien rauchen in Deutschland 12 Millionen Menschen, 1,6 Millionen Menschen sind alkoholabhängig und Schätzungen legen nahe, dass 2,3 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig sind. Rund 600.000 Menschen weisen einen problematischen Konsum von Cannabis und anderen illegalen Drogen auf und gut 500.000 Menschen zeigen ein problematisches oder sogar pathologisches Glücksspielverhalten. Auch eine exzessive Internetnutzung kann zu abhängigem Verhalten führen: Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland etwa 560.000 Menschen onlineabhängig sind, teilt das Bundesgesundheitsministerium mit.

Die Liste möglicher körperlicher Folgen des Drogenkonsums ist lang. Alkohol wirkt auf alle Körperzellen und kann daher jedes Organ schädigen. Am bekanntesten ist die Schädigung der Leber, die bis zur Leberzirrhose und damit zum Tod führen kann. Folgen des Drogenkonsums reichen von Herzschäden über Lähmungen, Nierenversagen und einer Schädigung des körpereigenen Abwehrsystems bis hin zur Zerstörung der Lungen. Raucher leben im Schnitt kürzer und sterben häufiger an Krebs als Nichtraucher. Ecstasy kann das Gehirn dauerhaft schädigen. Streckmittel, die in illegalen Drogen enthalten sind, schädigen den Körper zusätzlich. Werden die Drogen gespritzt, steigt zudem das Risiko, sich mit Hepatitis-Viren, HIV oder anderen Krankheitserregern anzustecken, schreibt die Techniker-Krankenkasse.

Die Gründe für den Drogenkonsum sind vielfältig: Jeder dritte Jugendliche aus suchtbelasteten Familien gerät in eine Abhängigkeit. Darüber hinaus nennen Betroffene vor allem die folgenden Gründe für den Drogenkonsum von Jugendlichen: Neugierde bzw. neue Erfahrungen sammeln, positive Schilderungen von Freunden, Gruppenzwang bzw. Anpassung an die Gruppe/Außenseiter – Angst vor dem Alleinsein. Wenn im unmittelbaren Freundeskreis Zigaretten, Alkohol und/ oder Drogen konsumiert werden, kann dies oft der Einstieg in eine Sucht sein. Fehlende Anerkennung, fehlende Beliebtheit und eigene Unsicherheit werden versucht, mit dem Suchtmittel zu überspielen. Aber auch Überforderungen (z.B.: Schulprobleme/Lernschwierigkeiten) und passive Freizeitgestaltung (viel Fernsehen, Computerspiele etc.) machen den „Ersatzkick“ nötig, lese ich bei www.kinderaerzte-im-netz.de.

Was kann man tun, um eine Abhängigkeit zu verhindern: sachlich über Drogen informieren, um Neugierde zu befriedigen; Unternehmungen anbieten, die mehr Spaß machen als Drogen (aktive Freizeitgestaltung); Freude am Leben vermitteln; Kinder zur Selbstständigkeit anleiten und ihr Selbstbewusstsein stärken; ganz nah bei den eigenen Kindern sein bei der Bewältigung von Problemsituationen und beim Umgang mit Angst, Sorgen und Gruppendruck. Man darf nicht unterschätzen: Wenn Drogen als Ersatz für sorgenfreies Leben genutzt werden, der/die Süchtige fühlt sich nach der Einnahme der Suchtmittel zunächst besser und möchte dieses positive Gefühl möglichst aufrechterhalten, lese ich auf www.kidkit.de. Also Augen und Ohren auf, wenn die eigenen Kinder ins bedrohte Alter kommen, Strafen bewirken wenig, Verständnis, Informationen und Hilfe sind der bessere Weg.

Ich wünsche Ihnen einen glücklichen Tag, aber bleiben Sie achtsam.


Die Sendung zum Nachhören:


 
 

Von der Seele reden
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