Von der Seele reden


Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.
 
Montag, Mittwoch und Freitag, um 10:45 Uhr und 20:45 Uhr. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de


Ostern – Auferstehung und Seele

Am Wochenende feiern wir wieder Ostern. Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi. Ich glaube, es gibt eine Macht, die größer ist als wir Menschen. Ich nenne sie Gott. Gott denkt und empfindet nicht wie wir, sonst gäbe es das viele Leid nicht, dass so viele Unschuldige erdulden müssen. (Theodizee-Frage) Aber die Bibel verspricht uns gerade durch die Auferstehung Jesu „ein Leben nach dem Tode.“ Wie kann dieses „Leben in der Ewigkeit“ aussehen? Sowohl die Propheten Johannes als auch Paulus machen mit allem Nachdruck deutlich, dass die „Auferstehung des Fleisches“ nicht die Auferstehung der Leiber und Körper ist. Es geht also um etwas anderes. Und hier rückt die Seele in den Mittelpunkt. Sie soll den Körper beim Tod verlassen. Früher haben Menschen die Fenster in den Zimmern, in denen ihre Angehörigen starben, geöffnet, damit die Seele entweichen konnte. Aber was können wir uns unter der Seele des Menschen vorstellen?

Der Begriff der Seele lässt sich nicht eindeutig definieren. In der Psychologie wird die Seele nur noch als historisches Phänomen gesehen, dessen Zauber sich den geltenden Normen der Wissenschaft entzieht. Der Begriff Seele kennzeichnet den seelisch-geistigen Kern des Menschen, sein wahres Inneres. Wie aber muss ich mir die Unsterblichkeit der Seele vorstellen? Das, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, muss jede und jeder von Ihnen für sich selbst entscheiden, denn das ist dem Glauben vorbehalten. Wenn in anderen Religionen das wunderbare Paradies versprochen wird, in dem wir alles tun dürfen, was wir möchten oder wenn man die Geschichten über die Reinkarnation und vom Licht, das die, die für Sekunden oder Minuten tot waren, erlebt haben, hört, gibt das vielen Hoffnung, dass doch nicht alles vorbei ist. Alles ist möglich, dem der glaubt, steht bei Markus in der Bibel. Andere glauben an den ewigen Frieden. Sie finden es nicht so schlimm, das Bewusstsein zu verlieren. Meine Mutter hat zu mir in ihrem 90. Lebensjahr gesagt: „Ich habe keine Lust mehr, die Wiederholungsschleifen zermürben mich.“ Es gibt offenbar einen Zeitpunkt, da der Tod eine Erlösung ist, was immer wir in der Bibel oder anderswo lesen, was Wahrheit oder was Dichtung ist. Paulus lehrt uns, das Ziel des Christen sei nicht seine private Seligkeit, sondern das Ganze. Er glaubt an Christus, und er glaubt darum an die Zukunft der Welt. Das Wertvollste, das viele von uns haben, sind unsere Kinder und Enkel. Sie überleben uns wahrscheinlich – ein Stück Unsterblichkeit, wenn wir uns weiter und weiter vermehren. Drum denken Sie bitte an den Wert unserer Nachfahren, wenn Sie Sonntag mit Ihnen nach Schoko-Eiern suchen.

Ich wünsche Ihnen ein glückliches Osterfest, aber bleiben Sie achtsam.


Die Sendung zum Nachhören:


 
 

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