Von der Seele reden


Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.
 
Montag, Mittwoch und Freitag, um 10:45 Uhr und 20:45 Uhr. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de


Gibt es ein Leben nach dem Tode?

Im Tagesspiegel lese ich zum Zeitempfinden in der Corona-Krise: „Einerseits konnte man sich `für einen bezauberten Augenblick `als `Überwinder der Zeit` fühlen, konnte sich der Muße und Kontemplation hingeben. Andererseits machte sich ein Überdruss ob des Zuviels an Zeit bemerkbar, erschien die Zeit in Anlehnung an den dänischen Philosophen Kierkegaard als eine Macht, ´die den Menschen vor das Nichts rückt`.

Der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche konfrontierte uns mit der ewigen Wiederkehr des Gleichen, die auf hinduistische Gedanken und auf griechische Philosophen zurückgeht: „Dieses Leben, wie du es jetzt lebst und gelebt hast, wirst du noch unzählige Male in deiner Zeit leben müssen. Es wird nichts Neues daran sein, sondern jeder Schmerz und jede Lust und jeder Gedanke und Seufzer und alles unsäglich Kleine und Große muss dir wiederkommen, und alles in derselben Reihe und Folge.“ Als ich am Tage vor ihrem Tod im neunzigsten Lebensjahr mit meiner Mutter ein letztes Mal sprach, sagte sie: „Ich möchte jetzt sterben, diese Wiederholungsschleifen sind für mich unerträglich.“ Ist das ewige Leben daher alles andere als wünschenswert?

Für Arthur Schopenhauer war Glück auch die Erfüllung eines Bedürfnisses, was allerdings nur von kurzer Dauer ist, ehe sich ein Gefühl der Langeweile einstellt: Die Wünsche entstehen aufs Neue, und so kann der Zyklus wiederbeginnen und sich in alle Ewigkeit fortsetzen.

Papst Benedikt XVI. verweist auf die Bibel: Sowohl Johannes wie Paulus machen mit allem Nachdruck deutlich, dass die Auferstehung des Fleisches nicht eine Auferstehung der Körper ist. Paulus lehrt, das Ziel des Christen ist nicht eine private Seligkeit, sondern das Ganze. Er glaubt an die Zukunft der Welt, nicht an seine eigene. Das Leben des von seinem Ego getriebenen Menschen ein Leben für die anderen? Diese Erkenntnis sollte uns davon überzeugen, dass nur die Liebe vor allem zu seinen Kindern und Enkeln einen wirklichen Sinn darstellt, und schon deshalb sehr viel mehr Zeit in Anspruch nehmen muss.

Was bleibt, ist der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele, wie immer man sich diese vorstellen kann. Entscheidend ist ohnedies, was sich jede und jeder einbilden kann, woran er und sie glauben können.

Ich wünsche Ihnen einen glücklichen Tag und bei Ihrem Zeitmanagement viel Achtsamkeit.


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