Von der Seele reden


Von der Seele reden – der Kommentar von Prof. Dr. Klaus-Dieter Müller, Politik- und Medienwissenschaftler und Vorstand der „Stiftung: Christliche Werte leben“.
 
Montag, Mittwoch und Freitag, um 10:45 Uhr und 20:45 Uhr. Mehr Infos zur Stiftung auf www.christlichewerteleben.de


Die Übernahme deutscher Firmen erschweren
 
Dass Grüne und Linke den CDU-Wirtschaftsminister unterstützen, kommt nicht so oft vor. Im Bundestag war es im Juni letzten Jahres aber so. Wirtschaftsminister Peter Altmaier kämpft seit Langem für strengere Investitionskontrollen in Deutschland und Europa, insbesondere für strategisch wichtige Branchen. 2016 hatten chinesische Investoren den Augsburger Roboterhersteller Kuka übernommen. 2018 wollte ein chinesischer Staatskonzern beim ostdeutschen Stromnetzanbieter 50Hertz einsteigen, was nur mit Mühe verhindert wurde. So wurde das Außenwirtschaftsgesetz geändert und Firmenübernahmen dadurch erschwert.

Wie sieht es überhaupt aus am M & A – Markt, also am Markt der Firmeninvestitionen? Oaklins Germany als Teil der Angermann-Gruppe untersucht diesen Markt seit 1953. Die Anzahl der gemeldeten Übernahmen 2020 deutscher Firmen(anteile) durch ausländische Investoren erreichte das Vorjahresniveau: Während Investoren aus Dänemark (+ 40%),

Österreich (+25 %) und Schweden (+ 19%) aktiver waren als im Jahr 2019, verzeichneten Investitionen aus Japan (- 46%), der Schweiz (- 29%) und den Niederlanden (- 27%) die deutlichsten Rückgänge. In absoluten Zahlen waren Investoren aus den USA (107 Transaktionen in 2020) nach wie vor die aktivsten Käufer deutscher Unternehmensanteile, gefolgt von französischen (55 Transaktionen) und britischen Investitionen (49 Transaktionen) auf den Plätzen zwei und drei. Die chinesischen Investoren zeigten mit 28 angekündigten Übernahmen ein stabiles Aktivitätsniveau im Vergleich zu 2019, trotz der Verschärfungen im Außenwirtschaftsgesetz. Der Sektor Technologie, Medien und Telekommunikation war die einzige Branche mit 27% Steigerungsrate.

Zu den bedeutendsten Transaktionen zählten der Verkauf der hochprofitablen Aufzugssparte von Thyssenkrupp an Advent International und andere für 17,2 Mrd. €. Siemens Healthineers AG hat hingegen im Augst letzten Jahres den US-Konzern für Lösungen in der Radioonkologie für 14 Mrd. € übernommen. Interessant und aus meiner Sicht besorgniserregend ist die Tatsache, dass reine Finanzinvestoren an 31 % aller Transaktionen beteiligt waren, was einen weiteren Anstieg um sechs Prozentpunkt gegenüber 2019 bedeutet. Diesen Investoren geht es nur um die Rendite, ein Verhältnis zum Gegenstand der Unternehmen, an denen sie sich beteiligen, besteht nicht. So schnell, wie sie kaufen, verkaufen sie auch wieder – gegebenenfalls auch ohne Rücksicht auf Verluste.

Ich wünsche Ihnen einen glücklichen Tag, aber bleiben Sie achtsam.


 
 

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