Von Bäumen, Kindern und Alten.

Für mich gibt es drei Merkmale, um den Zivilisationsstand eines Volkes zu ermitteln:

1. Wie es mit seinen Bäumen umgeht

2. Wie es mit seinen Kindern und alten Leute verfährt

3. Wie es zu seiner Sprache steht.

Ich trete also für Respekt vor der Hilflosigkeit ein; und die Sprache ist vielleicht das Hilfsbedürftigste.

Erwin Chargaff hat das gesagt, er wurde 1905 in Czernowitz in der Ukraine geboren und ist 2002 in New York gestorben. Dann schauen wir mal:

Wie gehen wir mit unseren Bäumen um? Übel würde ich sagen. Derzeit ist der Wald notleidend, die Klimakrise setzt ihm gewaltig zu.

Wie verfahren wir mit unseren Kindern? Zu wenig Kita-Plätze, zu wenig Förderung, zu viel digitaler Mist – das ist auch keine vorzeigbare Situation

Wie behandeln wir mit unseren Alten? Pflegenotstand, Altersarmut und Alterseinsamkeit. Es ist zum Heulen.

Das hilfsbedürftigste ist die Sprache, sagt Chargaff. Denn mit der Sprache fängt alles an. Verroht ist sie und zynisch. Respektvoll spricht Gott durch seine Propheten – gerade über Schutz-bedürftige. Zum Beispiel Sacharja:

„So spricht Gott: Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, und die Plätze sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen. So spricht Gott: Erscheint dies auch unmöglich in den Augen derer, die in dieser Zeit übriggeblieben sind von diesem Volk, sollte es darum auch unmöglich erscheinen in meinen Augen?“

Bleibt zu ergänzen dass die Alten und die Kinder unter gesunden, gut gewachsenen Bäumen sitzen und spielen.

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