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Vom übermäßigen Gebrauch der Wahrheit. Mahler meint am 7.12.2018

160203_Mahlermeint_bannerMit der Wahrheit – oder dem was man dafür hält – sollte man vorsichtig umgehen. Das weiß jetzt auch die Grundschullehrerin aus New Jersey, die kurzerhand Santa Claus, den Osterhasen, die Zahnfee, Weihnachtselfen sowie glücksspendende Wichtel als Lügen enttarnt hatte. Sie darf im Staate New Jersey nicht mehr unterrichten, denn dort leben alle genannten Personen fröhlich weiter bzw. hoppeln über die Felder. Die Grüne Josefine Paul indes muss um ihren Job im NRW-Landtag nicht bangen. Sie erklärte zwar nicht den Nikolaus für nicht existent, wohl aber den Krampus, den Compagnon im Erziehungs-Geschäftsmodell, der – ganz Ying und Yang – die Rute nicht schonen soll, wenn er auf böse Kinder trifft. „Schwarze Pädagogik“ wetterte Frau Paul. Sie wird damit vermutlich genauso auf den Bauch fallen wie mit der gesetzlichen Verordnung eines Veggie-Day. Meinen Enkel Jakob, fast neun, ficht das nicht an. Nicht weniger als 6 blankgeputzte Stiefel und Schuhe stelle er gestern Abend vor die Haustür. Seine kleine Schwester Luisa durfte lediglich einen kleinen Turnschuh dazustellen. Angst vor der Rute haben beide nicht. Was haben die Eltern da nur falsch gemacht? Wie dem auch sei – Mahler meint, wir sollten es nicht übertrieben mit der angeblichen Wahrheit und der Entmythologisierung von Sitten und Gebräuchen, unabhängig von unserer Weltanschauung. Was müssten wir unseren Kindern nicht alles wegnehmen – Träume, Fantasie, Märchen, den Zirkus und Harry Potter. Da nehm ich lieber ein Augenzwinkern in Kauf, wenn ich ihnen was vom Christkind, vom Nikolaus und vom Knecht Ruprecht erzähle. Kein einziges Märchen – und auch keine Heiligenlegende – kommt ohne Gut und Böse aus.

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