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Viele Singles, wenig Kinder – Was ist los mit den Deutschen?

Verheiratet, zwei Kinder, optional noch Eigenheim und Hund – so sah lange Zeit die klassische deutsche Familie aus. Ein Modell, das immer weniger Zuspruch findet, zumindest wenn man sich die nackten Zahlen anschaut. Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus: Auch wenn sich viel geändert hat, ist deswegen nicht gleich alles schlecht.

 

40% Singles

Egal, ob man nach Brandenburg oder in den Süden der Bundesrepublik schaut: Immer mehr Menschen wohnen in Single-Haushalten. Im Bundesdurchschnitt trifft das auf ca. 40% der Bevölkerung zu. Das hat mehrere Gründe: Beispielsweise wohnen immer mehr ältere Menschen, deren Lebenspartner verstorben ist, allein. Außerdem studieren wesentlich mehr junge Menschen heutzutage – viele von ihnen wohnen während dieser Zeit allein. Doch immer mehr Deutsche entscheiden sich ganz bewusst gegen eine Beziehung; für so manchen sind heute Werte wie persönliche Unabhängigkeit, Freiheit und die eigene Karriere wichtiger als ein Partner oder eine Familie.

 

Partner? Ja. Kinder? Vielleicht später

Das gilt aber längst nicht für jeden Single. Nach wie vor wünschen sich die meisten Menschen eine/n Lebenspartner/in. Dazu passt, dass in den letzten Jahren wieder mehr Ehen geschlossen und – was vielleicht noch viel wichtiger ist – immer weniger Ehen geschieden werden: 2016 entschieden sich so wenige Ehepaare zur Scheidung wie zuletzt 1993. Friedrich Schillers „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ wird also offensichtlich vor der Heirat gewissenhafter praktiziert als zuvor.

Und wie sieht es in Sachen Familienplanung aus? Die Geburtenziffer stieg zuletzt zwar wieder an, europaweit liegt Deutschland aber mit 1,5 Geburten pro Frau nur im unteren Mittelfeld. Wichtiger hingegen ist, dass in der Bundesrepublik noch immer mehr Menschen sterben als Kinder geboren werden – ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung also schrumpfen.

Ähnlich wie bei den Singles ist auch für die vergleichsweise niedrige Geburtenrate eine Verschiebung der persönlichen Prioritäten mitverantwortlich.

Der Kinderwunsch verschwindet deswegen aber nicht gänzlich, sondern verschiebt sich eher zeitlich nach hinten. Um den Herausforderungen, die das Kinderkriegen im fortgeschrittenen Alter mit sich bringt zu begegnen, stehen viele Frauen Methoden wie dem Einfrieren eigener Eizellen oder der Verwendung einer Eizellspende zur Erfüllung eines späten Kinderwunsches offen gegenüber.

Man darf sich also trotz Singleflut und Geburtenschwäche Hoffnungen machen, dass die Deutschen so bald nicht aussterben werden – und vielleicht halten die zuletzt positiven Trends noch eine Weile an.

Bildrechte: Flickr 11-11-10 alexisnyal CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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