Verkaufen wir alles an die Scheichs?

Mahler meint am 10.03.2015
 
 
Siegmar Gabriel hat ja nun wohl in Saudi-Arabien die Menschenrechtsfrage erörtert – und dabei offensichtlich nicht viel Eindruck bei den Herrschern hinterlassen. Das saudische Außenministerium ließ vermelden, dass der Deutsche sich bitte nicht “in die inneren Angelegenheiten” Saudi-Arabiens einmischen solle. Ende der Durchsage. Gabriel aber blieb hartnäckig. Er setzte sich vehement für die Begnadigung des Bloggers Raif Badawi ein, freilich ohne etwas zu erreichen. Aber er hat ja noch ein Ass im Ärmel: “Ich habe ihm gesagt, dass es gegen das Gesetz ist, wenn wir Waffen liefern, die repressiv gegen das eigene Volk eingesetzt werden können.” Helfen wird es freilich nichts. Die Scheichs kaufen diese Waffen eben anderswo und von uns die zur Verteidigung der Landesgrenzen. Als ob das im Einzelfall zu unterscheiden wäre … Gestern in „Hart aber Fair“ bei Frank Plasberg fand Handelsvertreter Börner die richtigen Worte: „Wenn wir glauben, unseren Wertekanon gegen Geld verkaufen und aufgeben zu müssen, dann haben wir unsere Seele verkauft, unsere Glaubwürdigkeit. Wir werden nicht stärker, wir werden verachtet, wir werden verlieren.“ Das christliche Abendland müsse einen Weg finden, wie es mit diesen anderen Kulturen umgeht, aber nicht, in dem es die eigenen Werte aufgibt. Der eigentliche Aufreger des Abends war ein unglaublich dummer, bornierter und arroganter Stefan Effenberg. Aber er hat uns eines gelehrt, wie Paul-Nikolas Hinz vom Focus resumiert: Wenn irgendjemand nach diesem Abend noch glaubt, dass der Fußball mit seinen Effenbergs, Beckenbauers („Ich habe in Katar keine Sklaven gesehen“) oder Blatters in Katar irgendetwas ändern wird, dann glaubt der auch noch an den Weihnachtsmann. Der kommt ja pünktlich zur WM 2022.
 
 

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