Verbände: Spenden ersetzen keine Konzepte gegen Kinderarmut

Kiel (epd). Die freien Wohlfahrtsverbände Schleswig-Holsteins fordern eine neu strukturierte Sozialpolitik gegen Kinderarmut und wollen das Thema auf dem Parlamentarischen Abend am 3. November diskutieren. „Almosen und Spenden ersetzen keine Konzepte gegen Kinderarmut“, wie Michael Saitner, Vorsitzender der Landes-Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände Schleswig-Holstein am Mittwoch in Kiel mitteilte. Wichtig sei ihm, keine einzige Initiative schlecht zu reden. „Wo immer für ein warmes Schulessen oder für eine dicke Winterjacke gesammelt wird, ist dies ein ehrenwertes und in diesen Zeiten leider auch unverzichtbares Engagement“, so Saitner.
Dennoch dürfe dieses Engagement nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine mildtätige und almosenbasierte Armutspolitik keine nachhaltige Wirkung für die betroffenen Kinder und Jugendlichen habe. Saitner: „Sie bleiben arm, in Teilen stigmatisiert, teilhabe-, chancen- und viel zu oft auch perspektivlos!“
Der Parlamentarische Abend soll der Auftakt für einen ergebnisoffenen Austausch mit den Landtagsabgeordneten über die besten Methoden und politischen Konzepte gegen Kinderarmut sein, hieß es. Weitere Veranstaltungen und Impulse der Wohlfahrtsverbände sollen folgen. „Mildtätigkeit ist kein politisches Konzept. Kinderarmut muss zwingend spürbares Handeln nach sich ziehen“, so Saitner. Kreatives und antizyklisches Denken sei gefragt.

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